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Langzeitnebenwirkungen

Neben den unerwünschten Wirkungen, die mit Beginn der HIV-Therapie auftreten, gibt es zahlreiche unerwünschte Wirkungen, die sich häufig erst nach Jahren bemerkbar machen. Viele dieser Wirkungen treten schleichend auf und fallen daher oft erst durch gezielte Untersuchungen auf. Zudem rufen sie nicht immer direkt Beschwerden hervor wie beispielsweise erhöhte Blutfettwerte oder Leberschäden. Daher ist es sehr wichtig, regelmäßig die empfohlenen Kontrolluntersuchungen beim Arzt wahrzunehmen.

Lipodystrophie-Syndrom

Unter einem Lipodystrophie-Syndrom versteht man eine Fettverteilungsstörung. Sie ist gekennzeichnet durch den Verlust von Fettpolstern im Gesicht, am Gesäß und an Armen und Beinen. Auf der anderen Seite kommt es zu einer Zunahme des Fettgewebes am Bauch, am Nacken und an einigen inneren Organen wie der Leber und der Muskulatur. Diese Fettverteilungsstörungen können für den Patienten psychisch sehr belastend sein. Sie treten bei bestimmten Substanzklassen umso häufiger auf, desto länger die Therapie dauert. Allerdings scheint das Lipodystrophie-Syndrom in den letzten Jahren unter den neuen Kombinationstherapien weitaus seltener aufzutreten als noch in den Anfangsjahren der ART.

In Zusammenhang mit dem Lipodystrophie-Syndrom stehen auch Veränderungen des Stoffwechsels . Hierzu zählen u.a. eine Erhöhung der Blutfettwerte sowie ein erhöhtes Risiko für einen Diabetes mellitus.

Erhöhung der Fettwerte im Blut

Unter einer HIV-Therapie, insbesondere bei Einnahme eines Protease-Inhibitors, finden sich nicht selten erhöhte Cholesterin- sowie Triglyzeridwerte. Diese erhöhen langfristig wahrscheinlich das Risiko, eine vaskuläre Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Daher ist es unter einer ART besonders wichtig, andere Risikofaktoren vaskulärer Erkrankungen zu reduzieren. Das bedeutet beispielsweise auf Rauchen zu verzichten, sein Normalgewicht anzustreben und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, den Blutdruck regelmäßig kontrollieren zu lassen und Sport zu treiben.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Wenige Patienten zeigen unter der ART eine Störung des Zuckerstoffwechsels mit der Entwicklung eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Weitaus häufiger findet sich jedoch eine verminderte Wirkung des Hormons Insulin, das den Zuckerstoffwechsel reguliert. Daher sollte regelmäßig der Blutzucker kontrolliert werden, um einen Diabetes mellitus frühzeitig zu erkennen.

Nierenfunktionsstörung

Die ART, aber auch die HIV-Infektion selbst, können zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen. Daher sollten die Nierenwerte regelmäßig überprüft werden, um die Therapie eventuell umzustellen. Es sollte allerdings immer auch daran gedacht werden, dass eine Nierenfunktionsstörung unabhängig von der HIV-Infektion auftreten kann, insbesondere dann, wenn ein Bluthochdruck und/oder ein Diabetes mellitus vorliegen.

Osteoporose

Misst man bei Menschen mit HIV-Infektion deren Knochendichte, ist diese häufig erniedrigt. Diese erniedrigte Knochendichte zeigt sich stärker noch bei Patienten unter Therapie als bei unbehandelten HIV-Infizierten.
Je nachdem wie stark die Knochendichte erniedrigt ist, spricht der Mediziner von Osteopenie, einem Vorstadium der Osteoporose, oder von Osteoporose. Eine Osteoporose macht lange Zeit keine Beschwerden, langfristig führt sie jedoch zu Knochenschmerzen und Knochenbrüchen. Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, auf eine ausreichende Kalziumzufuhr mit der Nahrung zu achten, unter Umständen kann auch Vitamin D vom Arzt verschrieben werden. Neben der Ernährung spielt auch ausreichend körperliche Bewegung eine wichtige Rolle.

Leberschäden

Erhöhte Leberwerte finden sich unter einer ART häufig. Ernsthafte Komplikationen von Seiten der Leber sind jedoch selten und treten sehr viel häufiger bei Patienten auf, die bereits eine vorgeschädigte Leber haben, beispielsweise aufgrund einer chronischen Hepatitis B- oder C-Infektion, Alkoholkonsum oder Einnahme leberschädigender Medikamente.

Polyneuropathie

Bei einer Polyneuropathie sind die Nerven – meist der Beine – geschädigt. Es kommt zu Schmerzen, Kribbeln, Brennen und Taubheitsgefühl in den Beinen. Ursache sind häufig die HIV-Medikamente, aber auch die HIV-Infektion selbst kann eine Polyneuropathie hervorrufen. Daneben spielen auch andere Faktoren wie Alkoholkonsum und Diabetes mellitus eine ursächliche Rolle. Therapeutisch kann ein Medikamentenwechsel erwogen werden. Daneben können auch Medikamente zur Besserung der Beschwerden verordnet werden.

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