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Was ist rheumatoide Arthritis?

Rheumatoide Arthritis oder chronische Polyarthritis ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Ihre Symptome sind Schmerzen, Schwellung, Steifheit und Funktionsverlust der Gelenke.

Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet vermutlich an dieser Form der Arthritis. In Deutschland geht man von etwa 800.0001 Betroffenen aus. Im Unterschied zu anderen Formen von Gelenkentzündungen tritt die rheumatoide Arthritis im Allgemeinen symmetrisch auf. Wenn zum Beispiel ein Knie von der Arthritis betroffen ist, dann ist auch das andere Knie betroffen. Außer den Gelenken können auch andere Körperregionen beteiligt sein.

Rheuma und rheumatoide Arthritis – gibt es einen Unterschied?

  • Rheuma ist ein Sammelbegriff für etwa 400 verschiedene Rheumatische Erkrankungen. Dazu zählen Krankheiten, die die Gelenke, Knochen, Sehnen, Muskeln, Bindegewebe und manchmal sogar innere Organe betreffen können.
  • Die rheumatoide Arthritis fällt unter den Überbegriff Rheuma ist aber die Bezeichnung für eine entzündlich rheumatische Erkrankung. Die Entzündung ist durch eine Störung des Immunsystems verursacht (Autoimmunerkrankung).

Wie erkenne ich mögliche Merkmale für rheumatoide Arthritis ?

  • Schmerzempfindliche, warme, geschwollene Gelenke.
  • Symmetrische Gelenkentzündung: Wenn z.B. ein Knie betroffen ist, ist es das andere auch.
  • Gelenkentzündung, häufig an Hand- und Fingergrundgelenken (Gelenke, die der Hand am nächsten liegen). Es können auch andere Gelenke betroffen sein, zum Beispiel an der Halswirbelsäule, an Ellbogen, Hüften, Knien, Knöcheln und Füßen.
  • Müdigkeit, gelegentlich Fieber, beeinträchtigtes Allgemeinbefinden.
  • Mindestens2 eine Stunde anhaltende Schmerzen und Steifheit, vor allem morgens oder nach längerer Ruhe.
  • Symptome, die viele Jahre lang anhalten können.
  • Symptome in anderen Körperteilen außer den Gelenken, so z.B. Rheumaknoten unter der Haut.

Wer erkrankt an rheumatoider Arthritis?

Die Erkrankung entwickelt sich von Patient zu Patient unterschiedlich:

  • Bei einigen Patienten dauert die rheumatoide Arthritis nur einige Monate oder ein bis zwei Jahre und verschwindet wieder, ohne dass eine erkennbare Schädigung zurückbleibt. Ein spontaner Stillstand der Erkrankung (ohne Therapie) lässt sich bei weniger als 10% der Patienten feststellen.
  • Bei anderen Patienten verläuft die Erkrankung leicht bis mittelschwer. Bei ihnen können sich Phasen, in denen die Arthritis-Symptome stärker werden – sogenannte Schübe – und Phasen, in denen die Patienten sich besser fühlen – sogenannte Remissionen – abwechseln.
  • Bei wieder anderen Patienten (ca. 10 bis 15 %) verläuft die Erkrankung schwer und ist die meiste Zeit aktiv. Sie dauert viele Jahre und führt zu schweren Gelenkschäden und Invalidität, also einer dauerhaften körperlichen Beeinträchtigung.

So unterschiedlich die Krankheit auch verlaufen kann - eine frühzeitige Diagnose ist in jedem Fall wichtig, um die Krankheit früh und effektiv behandeln zu können.

Osteoporose und rheumatoide Arthritis

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist das Osteoporose-Risiko erhöht. Die Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochen Kalzium verlieren und schwach und brüchig werden.

Die Veränderung der Knochen, die Nebenwirkung der Medikamente und die teilweise Immobilität der Patienten mit rheumatoider Arthritis, tragen zum erhöhten Risiko bei.

Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie diese Knochenerkrankung vorbeugen können, wenden Sie sich einfach an Ihren Arzt. Gemeinsam besprechen Sie, ob Sie Kalzium- und Vitamin-D-Präparate einnehmen sollten oder ob für Sie eine Hormonersatztherapie oder andere Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen.

Wie bleibe ich trotz rheumatoider Arthritis im Alltag beweglich?

Vielen Patienten mit rheumatoider Arthritis erscheinen schon alltägliche Aufgaben unüberwindbar. Schmerzende Gelenke machen es in manchen Fällen unmöglich, schwere Einkaufstüten zu tragen oder Flaschen zu öffnen, selbst der Wasserhahn lässt sich morgens nicht mehr aufdrehen. Schnell fühlen Sie sich dadurch allgemein schlechter und niedergeschlagen.

Doch heute sind so vielfältige Behandlungen möglich, dass die meisten Patienten weiterhin aktiv und produktiv leben können. Zu den Therapien gehört, neben Bewegung durch geeigneten Sport und Krankengymnastik, hauptsächlich auch die medikamentöse Therapie. Medikamente können nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung ist bei Rheuma, aber auch grundsätzlich, sehr zu empfehlen.

 


1http://dgrh.de/fileadmin/media/Die_DGRH/Presse/Rheuma_in_Zahlen_final_jul2015.pdf
Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 49, Robert Koch Institut, 2010
http://edoc.rki.de/documents/rki_fv/red8yNOhcqG2/PDF/221RfeT2UwYJ.pdf
Prävalenz ausgewählter muskoloskelettaler Erkrankungen, J.Fuchs, Robert Koch Institut. 2013
http://edoc.rki.de/oa/articles/reTBzeyFBYxM/PDF/24ZsqC2a9dzqQ.pdf
Berufsverband deutscher Rheumatologen e.V.
http://www.bdrh.de/informationen-fuer-patienten/wissenswertes-ueber-rheuma/rheumatoide-arthritis.html
2 http://dgrh.de/fileadmin/media/Praxis___Klinik/Leitlinien/2011/2_diagnose.pdf
http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_aid=83562840&p_uid=gast&p_sprache=D&p_knoten=FID&p_suchstring=12929#fid12899

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