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Drogen-Glossar

Amphetamine

Amphetamine (Speed) sind synthetisch hergestellte Substanzen, die meist in Pulver- oder Tablettenform geschluckt werden. Sie stärken das Selbstbewusstsein und senken die Aggressionsschwelle. Die Leistungsfähigkeit wird erhöht, während gleichzeitig Müdigkeit und Hungergefühle unterdrückt werden. Amphetamine führen vor allem zu psychischer Abhängigkeit. Der Besitz, der Handel und die Herstellung von Amphetaminen sind illegal.

Badesalze

Psychoaktive Substanzen werden als harmlos wirkende Legal Highs in Form von Badesalzen u.a. verkauft und dabei nicht auf dem Packungsinhalt ausgewiesen. Der Konsum führt zum Rauschzustand, birgt jedoch nicht absehbare gesundheitliche Risiken, die von den beigemengten chemischen Substanzen abhängen (siehe auch synthetische Cannabinoide, Spice).

Benzodiazepine

Benzodiazepine sind BtM-pflichtige Medikamente, die angstlösend, erregungsdämpfend, muskelentspannend und schlafanstoßend wirken. Sie werden als Beruhigungs- (Tranquilizer) und Schlafmittel verordnet, haben jedoch ein hohes psychisches und körperliches Abhängigkeitspotenzial. Da sie ähnlich wirken wie Alkohol, besteht häufig eine Co-Abhängigkeit bzw. beim Entzug von der einen Substanz wird sie im Folgenden durch die andere ersetzt.

Betäubungsmittel

Betäubungsmittel (BtM) sind die in den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführten Substanzen. Zu ihnen gehören Betäubungsmittel mit einem hohen Suchtpotential, die zu Veränderungen des Bewusstseinszustandes führen (Anlage I), beispielsweise Marihuana, LSD und synthetische Drogen. In Anlage II werden Substanzen aufgeführt, die zur Herstellung therapeutisch wirksamer Betäubungsmittel verwendet werden, beispielsweise Cyclobarbital, Gluthetimid. Die zur Therapie verwendeten Betäubungsmittel (Medikamente) sind in Anlage III zusammengefasst, beispielsweise Morphin, Benzodiazepine, Barbiturate, Methadon, Buprenorphin, Dihydrocodein.

Cannabis

Cannabis wird aus der indischen Hanfpflanze (Cannabis sativa) gewonnen, sein Wirkstoff ist Tetrahydrocannabinol (THC). Cannabis führt zu Entspannung, gesteigertem Wohlbefinden, Heiterkeit und innerer Gelassenheit sowie herabgesetzter Kritikfähigkeit und Selbstüberschätzung. Es kommt zu einer erhöhten Herzfrequenz, gesteigertem Appetit, trockenem Mund, Schwindel, Übelkeit und geröteten Augen. Bisweilen führt der Konsum zu Wahrnehmungsveränderungen von Raum und Zeit. Ein Langzeitkonsum zieht Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall und gelegentlich auch Denkstörungen bis hin zu schizophrenen Episoden nach sich. In Deutschland sind Anbau, Herstellung, Handel und Abgabe von Hanf strafbar.

Crystal

siehe Metamphetamin

Crack

Als Crack wird die Base des Kokains bezeichnet, die mittels kleiner Pfeifen (Bong) geraucht und schnell über die Lunge aufgenommen wird. Dies sorgt für einen sofortigen Wirkungseintritt. Crack wirkt euphorisierend, führt zu Selbstüberschätzung und ruft psychotische Zustände hervor. Es besitzt aufgrund seiner euphorisierenden Wirkung und dem erlebten „Kick“ ein hohes psychisches Abhängigkeitspotenzial.

Ecstasy

Ecstasy ist eine synthetische Droge, die zu den Amphetaminen zählt und zu einer psychischen Abhängigkeit führt. Es wird in Form von Tabletten vor allem in der Partyszene konsumiert, da unter dem hervorgerufenen Rausch Erschöpfung, Hunger und Durst nicht wahrgenommen werden, das Schlafbedürfnis unterdrückt wird und durch die gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit Nächte durchgetanzt werden können. Die körperliche Aktivitätssteigerung zeigt sich in Form von Bluthochdruck, erhöhter Herzfrequenz, Schwitzen und Zittern. Daneben werden auch Depressionen, Kopfschmerzen und erhöhte Reizbarkeit ausgelöst. Ecstasy gehört zu den illegalen Drogen, deren Besitz verboten ist.

Haschisch

Haschisch, eine Cannabisdroge, besteht aus dem Harz der weiblichen Blüten der Hanfpflanze. Der Wirkstoff des Haschisch ist das Tetrahydrocannabinol (THC). Dessen Gehalt liegt beim Harz zwischen 5 und 20 Prozent. Beim Haschischöl, einem konzentrierten Auszug, beträgt der THC-Gehalt 60 bis 70 Prozent. Damit ist Haschisch eine wesentlich stärkere Droge als Marihuana. Haschisch wird meist geraucht (als Joint, in Pfeifen). In Deutschland sind Anbau, Herstellung, Handel und Abgabe von allen Pflanzenteilen des Hanfs strafbar.

Heroin

Heroin wird durch mehrere Schritte aus dem Rohopium des Schlafmohns (Papaver somniferum L.) gewonnen. Es wirkt entspannend und euphorisierend, es dämpft die geistige Aktivität, Konsumenten fühlen sich glücklich und zufrieden, Probleme können ausgeblendet werden. Aufgrund des schnellen Anflutens des Heroins im Gehirn, kommt es zu einem so genannten „Kick“ – einem ausgeprägten Glücksgefühl. Gefahren des Heroinkonsums sind neben der sich schnell einstellenden Abhängigkeit, die Gefahr einer Überdosierung sowie das Auftreten der typischen Begleiterkrankungen (u.a. HIV-, Hepatitis B-, Hepatitis C-Infektion).

Kokain

Kokain (Koks, Schnee) ist der Wirkstoff der Kokapflanze. Es wird geschnieft, intravenös appliziert oder als Crack geraucht. Kokain führt zu Euphorie, Zunahme von Kontakt- wie auch Risikofreude, gesteigerter Aktivität, Wachheit und Leistungsfähigkeit, Größenphantasien, Erregungszuständen und mitunter Sinnestäuschungen. Diese können auch negativ erlebt werden und sich als Einsamkeit, Misstrauen und Angst äußern bis hin zu Paranoia, in denen das Umfeld als bedrohlich empfunden wird. Dem kurzen Rausch folgt ein depressives Stadium. Kokain führt schnell zu einer psychischen Abhängigkeit. Körperliche Befunde eines Langzeitkonsums sind Gewichtsverlust sowie Lungen- und Herzschäden, bei nasaler Aufnahme die Zerstörung der Nasenschleimhaut und -scheidewand. In Deutschland sind Besitz und Handel mit Kokain strafbar.

Kräutermischungen

Siehe Spice, Legal Highs und synthetische Cannabinoide

Legal Highs

Legal Highs (z.B. Spice oder K2) sind vermeintlich legale Drogenmischungen. Sie enthalten neben den ausgeschriebenen Inhaltsstoffen synthetische Cannabinoide, die eine psychoaktive Wirkung entfalten und die auf den Verpackungen nicht aufgeführt werden. Die harmlos erscheinenden Produkte werden beispielsweise als Kräutermischungen, Lufterfrischer oder Badesalze angeboten, jedoch zum Zweck eines Rauschs verwendet. Der Konsum der Legal Highs ist mit einem erheblichen gesundheitlichen Risiko verbunden. Durch die unbekannte Zusammensetzung der Wirkstoffe kann es leicht zu Überdosierung kommen. Zudem sind die hervorgerufenen Neben- und besonders Langzeitwirkungen nicht erforscht und dadurch nicht absehbar, was ein hohes Risiko für unberechenbare Gesundheitsschäden bedeutet. Viele der Inhaltstoffe der Legal Highs unterstehen dem Betäubungsmittelgesetz.

LSD

LSD steht für die Substanz Lysergsäurediethylamid und ist ein starkes Halluzinogen, das zu psychischer Abhängigkeit führt. Der Konsum kann zu starken Halluzinationen führen, visuellen Illusionen, veränderter Zeitwahrnehmung und darüber hinaus einem verstärkten emotionalen Erleben, auch negativ in Form von Angst und „Horrortrips“ mit Panik und Kontrollverlust. Die Wirkungsdauer beträgt bis zu zwölf Stunden. Der Zustand veränderter Wahrnehmung kann sich ausweiten zu Psychosen, Flash-backs und wahnhaften sowie affektiven Störungen.

Marihuana

Marihuana bezeichnet die getrockneten Pflanzen und Blätter der Hanfpflanze und zählt zu den Cannabisdrogen. Marihuana wird zu Zigaretten gedreht (Joints) oder mittels Wasserpfeife (Bong) geraucht. Das darin enthaltene Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) beträgt 0,5 bis 7 Prozent.

Metamphetamine

Von der Gruppe der vollsynthetischen Amphetamine unterscheidet man diejenige der halbsynthetischen Metamphetamine. Metamphetamine sind hochpotente Psychostimulantien und in der Wirkung den Amphetaminen ähnlich, jedoch stärker: Euphorie, verstärktes sexuelles Verlangen, Steigerung von körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit, Selbstüberschätzung, Ausblendung von Müdigkeit und Schwäche, Minderung von Hunger- und Durstgefühl. Dem Rausch folgen Depressionen, psychische Instabilität oder Gereiztheit und Aggressivität. Metamphetamin hat ein sehr hohes Suchtpotential. Der regelmäßige Konsum führt zu Persönlichkeitsveränderungen und Psychosen. Metamphetamine werden unter den Bezeichnungen Crystal Meth vertrieben.

Morphin

Morphin ist der Hauptwirkstoff des Opiums (getrockneter Milchsaft des Schlafmohns) und zählt zu den Opiaten. Morphin bindet reversibel an die Opiatrezeptoren und verhindert dadurch die Schmerzweiterleitung. Es wird zur Therapie starker und stärkster Schmerzen verschrieben und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Unerwünschte Wirkungen sind Atemdepression, Obstipation, Blutdruckabfall und Unterdrückung des Hustenreizes.

Opiate

Opiate umfassen die natürlichen Stoffe, die aus dem opiumhaltigen Schlafmohn gewonnen werden und an den Opioidrezeptoren wirken, beispielsweise Morphin, Codein und Thebain. Chemisch gesehen handelt es sich um Alkaloide. Zur Wirkung siehe Opioide.

Opioide

Opioide sind Substanzen, die über Opioidrezeptoren im Nervensystem ihre Wirkung entfalten. Sie werden entweder aus dem Schlafmohn gewonnen (Opiate) oder können synthetisch hergestellt werden. Opioide unterdrücken den Schmerz und sind daher eine wichtige Medikamentengruppe in der Schmerztherapie. Weitere Wirkungen sind Sedierung sowie ein euphorisierender Effekt. Zur Gruppe der Opioide gehören beispielsweise Methadon, Fentanyl, Hydromorphon, Diamorphin (Heroin) oder Buprenorphin. Opioide fallen in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz und müssen vom Arzt auf einem BtM-Rezept verschrieben werden.

Pilze

Auch bezeichnet als „Magic Mushrooms“ wirken psilocybinhaltige Pilze als Halluzinogene. Sie werden frisch, getrocknet oder gefroren konsumiert. Ihre halluzinogene Wirkung äußert sich in intensivierter Wahrnehmung besonders von Licht und Farben und Wahrnehmungsverzerrungen mit verändertem Körpergefühl oder Raum-und Zeitgefühl. Körperlich kommt es zu einem Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Der Rausch zieht eine Phase der Erschöpfung und depressiven Verstimmung nach sich, oftmals einhergehend mit Angst.

Räuchermischungen

Siehe Spice, Legal Highs und synthetische Cannabinoide

Schnüffelstoffe

Schnüffelstoffe umfassen Lösungsmittel, deren Inhalation zum Rauschzustand führen kann, wie beispielsweise Klebstoffe, Nagellackentferner, Farben, Benzin, Terpentin u.a. Zunächst treten Kopfschmerz und Übelkeit auf, im Verlauf kommt es zu einer intensivierten Wahrnehmung und Sinnestäuschungen, unter Umständen zu Bewusstlosigkeit. Oftmals stellen sie die Einstiegsdroge dar für einen späteren Konsum illegaler Drogen.

Speed

Siehe Amphetamine

Spice

Spice bezeichnet eine Räuchermischung/Kräutermischung, die ähnlich wie Cannabis als Joint oder in einer Pfeife (Bong) geraucht wird. Spice enthält synthetische Cannabinoide, denen Pflanzenmaterial beigemischt wird. Es wird häufig in kleinen bunten Beuteln über das Internet vertrieben. Andere Handelsnamen sind „Monkees go Bananas“, „Jamaican Gold“ oder „Lava Red“. Im Zuge einer Gesetzesänderung wurden 2010 die in Spice und vergleichbaren Produkten (Legal Highs) enthaltenen synthetischen Cannabinoide dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt.

Synthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide sind psychoaktive Substanzen, welche ähnlich wie Tetrahydrocannabinol, dem Wirkstoff des Cannabis, wirken. Zu den synthetischen Cannabinoiden zählt eine Vielzahl verschiedener Substanzen, beispielsweise JWH-018, HU-210, AM-2201 oder UR-144. Im Gegensatz zu Cannabis wirken sie häufig stärker und rufen auch stärkere Nebenwirkungen hervor. Sie können zu psychotischen Episoden und Panikattacken führen, rufen Bluthochdruck, Herzfrequenzsteigerung, Übelkeit und Krämpfe hervor. Synthetische Cannabinoide werden beispielsweise als Spice verkauft (siehe auch Legal Highs).

 

Quellen:
1. www.suchtmittel.de
2. Braun-Scharm H., Deister A., Laux G., Möller H.J.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Thieme Verlag 2013

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