Empfehlungen zur Gestagenzugabe bei transdermaler Estradiolsubstitution

In welcher Art, Dosis und Anwendungsdauer können Gestagene in der HRT mit transdermalem Estradiol kombiniert werden? Dazu geben Prof. Dr. Thomas Römer und Prof. Dr. Mueck im folgenden Beitrag Empfehlungen.

Hintergrund

Die Hormonersatztherapie (HRT) ist indiziert für die Behandlung vasomotorischer und urogenitaler Beschwerden, die durch eine verminderte Estrogenproduktion verursacht werden.1 Bei jeder HRT soll für Frauen mit Uterus das Estrogen mit einem Gestagen kombiniert werden. Die Art, Dosis und Anwendungsdauer des Gestagens richtet sich dabei primär nach der endometrialen Effektivität. Zur Reduktion möglicher kardiovaskulärer Risiken hat sich die transdermale Therapie in den letzten Jahren mehr und mehr etabliert. Mit Ausnahme der Verwendung von „Kombi-Pflastern“ ist bei allen anderen transdermalen Anwendungen eine freie Kombination mit einem Gestagen erforderlich. Hier besteht häufig Unsicherheit in der Praxis.

Therapieoptionen

In der transdermalen Estradiolsubstitution kommen neben Estradiolpflastern, die in fixen Dosierungen zur Verfügung stehen, Estrogengele und auch ein Estradiolspray zur Anwendung. Zum Endometriumschutz in der HRT sind alle verfügbaren Gestagene geeignet, die mit Ausnahme der „Kombi-Pflaster“ nur in freier Kombination zugegeben werden können. Bei freier Kombination kann das Gestagen auch nach weiteren Kriterien gewählt werden, wie z. B. nach zusätzlichen Partialwirkungen und Verträglichkeit. Bei der Wahl des Gestagens ist generell darauf zu achten, dass die Dosis der individuellen Situation der Patientin angepasst ist. Das Gestagen kann kontinuierlich oder sequenziell angewendet werden. Eine sequenzielle Gestagenanwendung sollte pro Anwendungsmonat über mindestens 12 (besser 14) Tage durchgeführt werden. Die Estrogenanwendung wird dabei kontinuierlich empfohlen.2

Schlussfolgerungen

Prinzipiell sind alle verfügbaren Gestagene zur Kombination mit transdermalen Estradiolapplikationen geeignet, wenn ausreichend hoch dosiert wird. Die Patientin ist eindringlich auf die Einhaltung der entsprechenden Dosierung beider Komponenten hinzuweisen, sowohl für Estradiol als auch für das Gestagen. Bei Beachtung der entsprechenden Besonderheiten stellt die transdermale Hormonsubstitution mit der adäquaten Zugabe eines Gestagens als freie Kombination eine sichere und effektive Therapie in der Praxis dar.

Autoren
Prof. Dr. med. Thomas Römer
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Alfred O. Mueck

 

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