Indikationsübergreifend

Mitteilung schlechter Nachrichten

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Schlechte Nachrichten gut überbringen

Eine besondere Herausforderung für Ärzte ist die Mitteilung von schlechten Nachrichten. So möchte der Arzt den Patienten nicht verletzen, fürchtet aufgrund der negativen Diagnose die Reaktion und Vorwürfe. Es schwingt zudem das Gefühl mit, therapeutisch versagt zu haben und vor allem bei Patienten in palliativer Situation muss sich der Arzt selbst mit seiner Endlichkeit auseinandersetzen. Wie die Mitteilung von schlechten Nachrichten dennoch gut gelingen kann, erklärt Drs. Sicco H. van der Mei, Psychotherapeut und zertifizierter Psychoonkologe in Gießen, in diesem PRAXISNAH on tour-Video.

Von großer Bedeutung ist die grundsätzliche innere Haltung, mit der der Arzt in dieses Gespräch geht. In einer solchen Situation sind die Patienten sehr suggestibel für das Gesagte. Der Psychotherapeut stellt Sätze vor, die dem Patienten Unterstützung vermitteln und so seine Stimmung bessern können.

Als praktische Herangehensweise für das Gespräch empfiehlt Drs. van der Mei die sogenannten SPIKES. Dieses Akronym steht für Situation, Patientenwissen, Informationsbedarf, Kenntnisvermittlung, Emotionen sowie Strategie und ist ein Gesprächsleitfaden, der aus sechs Schritten besteht.

Der erste SPIKES-Schritt bezieht sich auf die Situation. Drs. van der Mei gibt im Video Empfehlungen zum Zeitrahmen, Sprachstil sowie zur Gesprächsführung.

Im zweiten Schritt des Leitfadens ist das Patientenwissen abzuklären. Das Vorwissen des Patienten sollte ausführlich abgefragt werden und dem Patienten sollte ausreichend Zeit zum Nachdenken und Beantworten der Fragen im Gespräch eingeräumt werden.

Auch der Informationsbedarf des Patienten ist im Gespräch zu berücksichtigen. Der Arzt sollte sich an den individuellen Bedürfnissen seines Patienten orientieren, auch auf irrationale Vorstellungen zur Krankheit eingehen und zum Nachfragen ermutigen.

Der vierte Schritt besteht in der Kenntnisvermittlung. Die Aufklärung im Gespräch gelingt nur als Prozess aus Fragen und Antworten. Wie die Mitteilung einer schlechten Prognose empathisch gelingen kann, zeigt der Psychoonkologe an kommunikativen Beispielen.

Auch Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Überbringung einer schlechten Nachricht. Welche Gefühle können im Gespräch aufkommen? Wie kommt es zur Reaktion auf die Mitteilung der Diagnose? Ist die körperliche Nähe zum Patienten hilfreich? Diese und andere Fragen werden im Video von Drs. van der Mei beantwortet.

Zum Abschluss erläutert Drs. van der Mei den sechsten und letzten Punkt des SPIKES-Leitfadens, welcher von der Strategie für den Umgang mit der Erkrankung handelt. Dem Patienten soll aufgezeigt werden, wie es weitergehen kann und welche Möglichkeiten der Behandlung bestehen.

Seien Sie gespannt auf Expertenempfehlungen und Tipps zur Gesprächsführung, damit es Ihnen gelingt, Ihren Patienten schlechte Nachrichten gut zu überbringen.

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