Gesundheitspolitik

Schneller, kürzer, besser?

Schnellere Arzttermine, kürzere Wartezeiten und besseren Service: Das verspricht Bundesgesundheitsminister Spahn ab dem Frühjahr 2019 allen Kassenpatienten. Erfahren Sie mehr.

Empfangstresen in Arztpraxis

Das neue Terminservice- und Versorgungsgesetz

Mit Inkrafttreten des neuen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) müssen Ärzte in Zukunft mindestens 25 Wochenstunden als Sprechzeiten anbieten – bisher waren es 20 Stunden. Facharztgruppen wie Augenärzte, Gynäkologen und HNO-Ärzte müssen außerdem mindestens fünf Stunden pro Woche eine „offene Sprechstunde“ abhalten. Im Gegenzug sollen Ärzte für Zusatzangebote mehr Geld bekommen.

„Grundsätzlich positiv ist zu beurteilen, dass sich das Prinzip ‚Mehr Leistung muss auch mehr Vergütung bringen‘ in der Gesetzesvorlage widerspiegelt“, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. „Es fehlt aber der Mut, den Weg der Entbudgetierung konsequenter zu beschreiten. Erschreckend ist die Kleinteiligkeit eines Wusts an Regelungen, die in die Praxisgestaltung eines freien Berufs erheblich eingreifen.“ Dies werde die Bürokratie in den Arztpraxen noch einmal deutlich erhöhen.1

Das TSVG sieht gleichzeitig vor, dass sich die Terminservicestellen zu Servicestellen für ambulante Versorgung und Notfälle weiterentwickeln sollen. Spätestens ab 2021 müssen Krankenkassen dann ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung stellen, sodass Patienten direkt auf ihre Daten zugreifen können.

  1. Stellungnahme des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vom 26.09.2018. http://www.kbv.de/html/2018_37228.php, zuletzt aufgerufen in 12/2018.