Behandlungsmöglichkeiten bei Morbus Bechterew

Ziel der Therapie beim Morbus Bechterew ist die Reduzierung der Schmerzen und der fortschreitenden Gelenksteifigkeit sowie der Erhalt der körperlichen Funktionsfähigkeit und damit auch Ihrer Lebensqualität.

Beim Morbus Bechterew handelt es sich um eine chronische Erkrankung. Der Verlauf kann allerdings bei jedem einzelnen Betroffenen sehr unterschiedlich sein. Bei einem Teil der Betroffenen schreitet die Erkrankung kontinuierlich voran. Bei anderen ist der Verlauf schubförmig, das heißt Krankheitsphasen wechseln sich mit Episoden ab, in denen die Beschwerden abklingen oder sogar ganz verschwinden können. Bei manchen Betroffenen verläuft die Erkrankung mild, ohne dass ausgeprägte Beschwerden auftreten oder es zu Bewegungseinschränkungen kommt. Durch eine frühzeitige, geeignete Behandlung können spätere Einschränkungen der Beweglichkeit verhindert oder zumindest aufgehalten werden. 

Unbehandelt kann die Entzündung der Wirbelsäule allerdings zu einer starken Verringerung beziehungsweise zu einem Verlust der Beweglichkeit führen. Dies und die weiteren allgemeinen Beschwerden können Ihre Lebensqualität und das soziale Leben deutlich einschränken. Daher ist es wichtig, möglichst frühzeitig eine Therapie der Erkrankung zu beginnen.  

Je nach Krankheitsverlauf und Schwere der Erkrankung kann Ihr Arzt verschiedene Behandlungsmethoden miteinander kombinieren. Gleichzeitig können auch Sie selbst durch einfache Dinge in Ihrem Alltag den Therapieerfolg unterstützen und Ihre Lebensqualität erhalten.

    Biologika/Biosimilars sind biologisch hergestellte Arzneimittel, (auch biologische DMARDs). Es gibt darunter verschiedene Wirkstoffklassen, die, genau wie die konventionellen, synthetisch hergestellten DMARDs, eine Überreaktion des Immunsystems unterdrücken. Sie greifen in einen der verschiedenen Abläufe der körpereigenen Immunantwort ein und können so eine Entzündung reduzieren. 

    Nicht-medikamentöse Therapie:

    • Physiotherapie (Krankengymnastik) und Bewegungstherapie: Verschiedene Übungen sollen die Beweglichkeit erhalten, Schmerzen reduzieren, die Haltung und Koordination verbessern und Stürzen vorbeugen.
    • Physikalische Therapie: wie z.B. Wärmetherapie, soll Schmerzen lindern
    • Ergotherapie: Einüben von gelenkentlastenden Bewegungen

    Medikamentöse Therapie:

    • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel, die zusätzlich Entzündungen hemmen können
    • Basismedikamente (konventionelle synthetische Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs (DMARDs))
    • Bei unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit Umstellung auf Biologika/Biosimilars

    Psychotherapie:

    • Bewältigung psychologischer Probleme, die durch die Erkrankung und den chronischen Schmerz auftreten

    Sozialmedizinische Maßnahmen:

    • Rehabilitationsmaßnahmen: z. B. regelmäßige Gymnastik für Morbus-Bechterew-Patienten

    Operation (nur bei schweren Verläufen und wenn andere Maßnahmen keinen Erfolg zeigen):

    • Ersatz eines Hüftgelenks (Total-Endoprothese) bei Schädigung des Hüftgelenks
    • Stabilisierung bei Wirbelbrüchen
    • Aufrichtungsoperation bei Morbus-Bechterew-Erkrankten, die nicht mehr nach vorne schauen können