Diagnose der rheumatoiden Arthritis

Es gibt viele Strategien, um rheumatoide Arthritis zu behandeln. Die Behandlung ist dabei individuell auf den Patienten zugeschnitten, verfolgt aber trotzdem immer die gleichen Ziele. Besonders wichtig bei der Therapie: Ein gutes Verhältnis zwischen Arzt und Patienten.

Nach Ansicht der Ärzte, die die rheumatoide Arthritis erforschen, beginnt die Schädigung der Knochen in den ersten ein oder zwei Jahren der Erkrankung. Eine Früherkennung und frühzeitige Behandlung auch mit Medikamenten ist bei rheumatoider Arthritis also besonders wichtig, um den Verlauf der Krankheit möglichst zu bremsen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an rheumatoider Arthritis erkrankt sind, sollten Sie deshalb umgehend mit einem Arzt sprechen.

Ein Rheumatologe ist der richtige Arzt für Ihre Beschwerden

Zu Krankheitsbeginn ist die Diagnose der rheumatoiden Arthritis oft schwierig.

Wenn Sie zuerst mit einem Arzt sprechen möchten, den Sie bereits kennen, vereinbaren Sie einfach einen Termin mit Ihrem Hausarzt. Wenn nötig, überweist er sie dann weiter zu einem Facharzt.

Sie können sich auch direkt an einen internistischen oder orthopädischen Rheumatologen wenden. Ein Rheumatologe ist ein Arzt, der sich auf Arthritis und andere Erkrankungen der Gelenke, Knochen und Muskeln spezialisiert hat. Im Verlauf der Behandlung können Ihnen auch Krankenschwestern, Physio- oder Ergotherapeuten, orthopädische Chirurgen und Psychologen helfen.

Die rheumatoide Arthritis kann in den Anfangsstadien aus mehreren Gründen schwer zu diagnostizieren sein:

  • Es gibt keinen einzelnen Test, um die Erkrankung zu erkennen.
  • Die Symptome sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei einigen können sie schwerer sein als bei anderen. Außerdem können die Symptome auch denen anderer Formen von Arthritis und Gelenkerkrankungen ähnlich sein. Daher dauert es möglicherweise einige Zeit, bis sich andere Erkrankungen als mögliche Diagnosen ausschließen lassen.
  • Die gesamte Bandbreite der Symptome entwickelt sich häufig erst im Laufe der Zeit. In den Anfangsstadien der Krankheit sind unter Umständen nur wenige Symptome vorhanden. Daher verwenden die Ärzte verschiedene Untersuchungen, um die Erkrankung zu diagnostizieren und andere Ursachen auszuschließen.

Diagnoseverfahren

  • Ermittlung der Krankengeschichte
  • Körperliche Untersuchung
  • Labortests
  • Röntgenuntersuchung

Der Arzt bespricht mit Ihnen die Krankengeschichte

Bei der Erhebung der Krankengeschichte beschreiben Sie, wie und wann die Symptome angefangen haben. Seien Sie dabei so genau wie möglich und lassen Sie nichts aus. Allen Angaben, die Sie über Schmerzen, Steifheit und Gelenkfunktion und deren Veränderungen im Laufe der Zeit machen, helfen Ihrem Arzt. Sie liefern ihm damit wichtige Informationen, um die Krankheit erstmalig zu beurteilen und den Krankheitsverlauf einschätzen zu können.

Die körperliche Untersuchung

Der Arzt überprüft neurologische Reflexe und Muskelkraft. Hauptaugenmerk legt er auf die Betrachtung und Überprüfung der Gelenke. Er untersucht Lunge, Herz und Haut um etwaige andere, zur Diagnose wichtige Symptome zu erfassen.

Diagnostik mit Labortests

Ein wesentlicher Test ist die Bestimmung des Rheumafaktors. Das ist ein Antikörper, der sich im Blut der meisten Patienten mit rheumatoider Arthritis nachweisen lässt. Ein Antikörper ist ein spezielles Eiweiß, das normalerweise dazu beiträgt, Fremdstoffe im Körper zu bekämpfen. Lässt sich der Antikörper im Blut nachweisen, spricht man davon, dass der Test positiv ist. Einen solchen Nachweis von Antikörpern bezeichnet man auch als Serologie.

Der Rheumafaktor-Test ist allerdings nicht bei allen Menschen mit rheumatoider Arthritis positiv. Sie sind also „seronegativ“. Dies gilt insbesondere zu Beginn der Erkrankung. Umgekehrt sind einige Menschen „seropositiv“, haben also den Antikörper im Blut, und trotzdem entwickelt sich die Krankheit nicht.

Der Antikörpertest ist deutlich spezifischer als der bisherige Nachweis des Rheumafaktors und scheint dem Rheumafaktor Nachweis in vieler Hinsicht überlegen zu sein. CCP Antikörper kann man schon Jahre vor dem Krankheitsbeginn nachweisen.1

Weitere Tests, die Ärzte durchführen, sind allgemeine Bluttests mit Bestimmung der Anzahl der weißen und roten Blutkörperchen (Anämie). Des Weiteren werden die Entzündungsfaktoren überprüft, so wie die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das C reaktive Protein (CRP). CRP ist ein Eiweißmolekül, das sich in der Leber jeweils aktuell bei Entzündungen bildet.

Röntgenuntersuchung – am Anfang und während der Erkrankung

Eine Röntgenuntersuchung führt der Arzt durch, um die Diagnose zu sichern. Außerdem kann er so das Ausmaß der Gelenkzerstörung beurteilen. Diese Untersuchung ist nicht nur in den Frühstadien der rheumatoiden Arthritis sinnvoll. Sie wird häufig auch im weiteren Verlauf in größeren Abständen wiederholt, um das Fortschreiten der Gelenkzerstörung zu beurteilen.