Medikamente zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis

Die meisten Menschen mit rheumatoider Arthritis nehmen Medikamente. Medikamente können u.a. Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen oder den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Medikamentöse Behandlung der rheumatoiden Arthritis – früher und heute

Traditionell verordneten Ärzte bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis zunächst Acetylsalicylsäure oder ähnliche Medikamente, außerdem Ruhe und Physiotherapie. Stärkere Medikamente bekamen Patienten erst später, wenn sich die Erkrankung verschlimmert hatte.

In jüngster Zeit gehen viele Ärzte insbesondere bei Patienten mit schwerer, schnell fortschreitender rheumatoider Arthritis anders vor. Als derzeit durch Studien1 gesichert gilt, dass eine frühzeitige Behandlung mit Basistherapeutika (z.B. Methotrexat) einen positiven Einfluß auf die Erkrankung nimmt. Der Krankheitsprozess kann verlangsamt werden und eine Beschädigung der Gelenke kann aufgehalten bzw. verhindert werden. Auch eine Kombinationstherapie der Medikamente scheint sich positiv auszuwirken.

Eine genaue Abfolge des Behandlungsplans wird in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie festgehalten. Er ist nach den neuesten Erkenntnissen der Forschung erstellt und an europäische Richtlinien orientiert. Er wird regelmäßig aktualisiert.2

Welches Medikament ist das richtige für mich?

Bei der Entscheidung, welches Medikament für Sie geeignet ist, spielen diese Fragen eine wichtige Rolle:

  • Wie ist ihr allgemeiner gesundheitlicher Zustand? Wie fühlen Sie sich?
  • Wie schwer ist Ihre Erkrankung aktuell, wie schwer wird sie voraussichtlich in Zukunft sein?
  • Wie lange müssen Sie das Medikament einnehmen?
  • Wie wirkt das Medikament genau?
  • Welche Nebenwirkungen kann das Medikament haben?

Diese Substanzklassen³ können Ärzte bei rheumatoider Arthritis verschreiben

Hier finden Sie eine Übersicht über Substanzklassen, die derzeit bei der Therapie von rheumatoider Arthritis eingesetzt werden:

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): zur Schmerztherapie und entzündungshemmend
  • Basistherapeutika (DMARD): krankheitsmodifizierende Medikamente, sie können den Krankheitsprozess verlangsamen und verringern
  • Immunsuppressiva: regulieren das Immunsystem
  • neuere Basistherapeutika, auch Biologika/Biosimilars: richten sich gegen entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers
  • Kortikosteroide: wirken entzündungshemmend