Bewährte Hausmittel bei Erkältung

Es kratzt im Hals und kribbelt in der Nase. Deutliche Anzeichen dafür, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Gerade zu Beginn eines grippalen Infekts können Hausmittel gute Dienste leisten und dazu beitragen, dass Sie die Erkältung schnell loswerden.

Gegen Erkältungssymptome: Inhalieren, Tee und mehr

Vitamin-Bombe Holundersaft
Ein altbewährtes Naturheilmittel bei Erkältung und Husten ist heißer Holundersaft. Die Holunderbeeren sind sehr reich an Vitamin C und enthalten auch viele andere wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Hochwertigen Holundersaft gibt es beispielsweise im Reformhaus.

Salbei für den wunden Hals
Salbei ist nicht nur ein beliebtes Gewürz, sondern hat sich auch in der Heilkunde bewährt. Denn er verfügt über eine entzündungshemmende und leicht desinfizierende Wirkung. So lindert die Heilpflanze Halsschmerzen und Heiserkeit. Tipp: Bei Halsschmerzen mit Salbeiblättertee gurgeln und Salbeibonbons lutschen. 

Was schon Oma half: Die Schwitzkur
Spüren Sie ein Kratzen im Hals, ein Frösteln, und werden die Füße nicht mehr richtig warm? Dann ist eine Schwitzkur genau das Richtige. Sie hilft bei Erkältung, die unterkühlten Schleimhäute zu erwärmen. Eine schweißtreibende Wirkung wird bestimmten Kräutertees zugeschrieben, zum Beispiel Linden- und Holunderblütentee. Um den Körper kräftig ins Schwitzen zu bringen, genügen ein bis zwei Tassen. Anschließend sollten Sie sich schön warm einpacken und ausruhen.

Wer nicht allein auf Hausmittel vertrauen möchte, kann die Behandlung von Erkältung und Husten mit Arzneimitteln aus der Apotheke unterstützen.

Zusätzliche Tipps bei Erkältung

Für starke Abwehrkräfte: Für ein funktionierendes Immunsystem ist das Spurenelement Zink unverzichtbar, denn Zinkmangel schwächt die Abwehrkräfte. Deshalb gilt: Sorgen Sie für eine ausreichende Zinkzufuhr, um Ihr Immunsystem zu stärken.

Für freie Atemwege: Inhalationen mit Salzlösungen (im Vernebler) oder ätherischen Ölen (im Wasserdampf) sowie Einreibungen mit Erkältungsbalsam versprechen Hilfe bei Erkältung. Diese Hausmittel können die Atemwege befreien und das Durchatmen erleichtern. Auch warme Vollbäder mit Eukalyptus-, Thymian- oder Latschenkiefernöl sind eine Wohltat.

Gegen Husten: Wer Hustenbonbons lutscht, befeuchtet die Schleimhäute und mildert so den Hustenreiz. Außerdem wichtig: Viel trinken, am besten warmen Husten- und Bronchialtee. Bei Husten mit Schleimbildung leisten rezeptfreie Hustenlöser aus der Apotheke gute Dienste.

Zur schnelleren Genesung: Während einer Erkältung sollte man auf keinen Fall rauchen. Am besten ist es natürlich, ganz aufs Qualmen zu verzichten.

Kräutertees bei Erkältung

Heißer Kräutertee – pflanzliche Hilfe bei Erkältung

Tipp: Die Tees können solo, aber auch als Teemischungen getrunken werden. Oft schmecken die Mischungen angenehmer.

Wenn Sie eine Erkältung haben, ist es wichtig, dass Sie viel trinken – empfehlenswert sind etwa zwei Liter pro Tag. Flüssigkeit hilft, die Schleimhäute der oberen Atemwege zu befeuchten. Dann können sie ihre Aufgaben, zu denen auch die Abwehr von Krankheitserregern gehört, besser erfüllen.

Ein gutes Hausmittel bei Erkältung ist heißer Kräutertee, der dazu beiträgt, zähen Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen und so das Abhusten zu erleichtern. Heiße Kräutertees können bei einer Erkältung gleich doppelt hilfreich sein: Zum einen versorgen sie den Körper mit Flüssigkeit, und zum anderen können die Kräuter, je nach ihrer spezifischen Wirkung, auch die Symptome einer Erkältung lindern.

Welcher Kräutertee wie wirkt, verrät folgende Tabelle:

Kräutertee Wirkung Besonders geeignet...
Eukalyptusblätter schleimlösend, auswurffördernd ... bei zähem, festsitzendem Schleim zum Erleichtern des Abhustens.
Holunderblüten schweißtreibend, schleimlösend ...zur Durchführung einer Schwitzkur bei beginnender Erkältung mit Fieber sowie zur Stärkung des Immunsystems.
Ingwer stärkend ...zur Stärkung des Immunsystems.
Kamillenblüten entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell ...gegen viele Beschwerden, u. a. gegen entzündungsbedingte Halsschmerzen.
Lindenblüten schweißtreibend ...zur Durchführung einer Schwitzkur bei beginnender Erkältung.
Malvenblüten/-blätter reizlindernd, befeuchtend ...bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und trockenem Reizhusten.
Spitzwegerichkraut reizlindernd, befeuchtend, antibakteriell ...bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und trockenem Reizhusten.
Thymiankraut antibakteriell, schleimlösend, krampflösend ...bei zähem, festsitzendem Schleim zum Erleichtern des Abhustens.

Inhalieren bei Erkältung

Inhalieren pur oder pflanzlich

Dass Inhalieren bei grippalen Infekten eine echte Wohltat ist und zahlreiche Symptome der Erkältung lindern kann, wussten schon unsere Großmütter. Und bis heute sind Inhalationen beliebte Hausmittel bei Erkältung. Aus gutem Grund, denn einerseits werden beim Inhalieren von Wasserdampf die Atemwege befeuchtet, und zum anderen hilft die Prozedur, festsitzenden Schleim zu verflüssigen. Ergebnis: Die verstopfte Nase wird wieder frei, erkältungsbedingte Kopfschmerzen lassen häufig nach.

Gut zu wissen: Wer klassisch mit „Handtuch über dem Kopf“ über einem Topf mit heißem Wasser inhaliert, läuft Gefahr, sich zu verbrühen. Besser ist es, ein Inhaliergerät aus Kunststoff zu verwenden. Dieses gibt es in der Apotheke.

Inhalieren – so geht’s richtig:

  • Bringen Sie das Wasser zum Kochen, und lassen Sie es vor dem Inhalieren kurz abkühlen.
  • Inhalieren Sie nicht länger als 10 bis 15 Minuten.
  • Gönnen Sie sich danach etwas Ruhe.
  • Gehen Sie nach dem Inhalieren nicht gleich hinaus an die (kalte) Luft.
  • Die Wirkung von Inhalationen kann bis zu fünf Stunden anhalten. Empfehlenswert ist es deshalb, mehrmals täglich zu inhalieren. 

Inhalieren mit pflanzlichen Zusätzen

Pflanzliche Zusätze, wie etwa Extrakte der Kamille, wirken antibakteriell und entzündungshemmend und eignen sich bei Erkältung gut zum Inhalieren. Zwar kann auch mit Kamillentee inhaliert werden, doch besser wirken alkoholische Kamillenlösungen, da sie eine höhere Konzentration der wirksamen Inhaltsstoffe aufweisen. Am besten fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie pflanzliche Inhalationszusätze richtig dosiert werden.

Ätherische Öle bei Erkältung

Heilpflanzen – die Erkältungs-Klassiker

Ätherische Öle sind aromatisch riechende Substanzen, die in Heilpflanzen vorkommen. Zahlreiche ätherische Öle können die Symptome einer Erkältung lindern: So wirkt beispielsweise Thymianöl keimhemmend, Eukalyptusöl sekretlösend, Minz- und Pfefferminzöl erleichtern die Nasenatmung. Ihre Wirkung entfalten ätherische Öle unter anderem als Zusätze beim Inhalieren oder Baden.

Die wichtigsten ätherischen Öle zur Behandlung von Atemwegserkrankungen sind:

  • Anisöl
  • Eukalyptusöl
  • Fenchelöl
  • Fichtennadelöl 
  • Latschenkiefernöl
  • Minz- und Pfefferminzöl
  • Thymianöl

Inhalieren mit ätherischen Ölen

Inhalieren mit ätherischen Ölen kann die verstopfte Nase befreien und so das Durchatmen erleichtern. Zusätzlich wirken einige ätherische Öle schleimlösend und erleichtern so das Abhusten. Besonders geeignet zum Inhalieren sind Eukalyptusöl, Minz- und Pfefferminzöl.

Bäder mit ätherischen Ölen

Omas Tipp: Bei Erkältungen empfehlenswert sind ansteigende Fußbäder: Beginnen Sie das Bad in 35 bis 36 Grad warmem Wasser und erhöhen Sie die Temperatur durch zulaufendes heißes Wasser allmählich auf 38 bis 42 Grad.

Bäder mit ätherischen Ölen sind vor allem zu Beginn einer Erkältung hilfreiche Hausmittel, denn...

  • ...beim Baden werden die durch die Infektion unterkühlten Hände und Füße erwärmt.
  • ...ätherische Öle fördern die Durchblutung der Nasen- und Rachenschleimhaut, wodurch körpereigene Abwehrprozesse unterstützt werden. 
  • ...jedes ätherische Öl entfaltet zusätzlich seine eigene Wirkung, befreit beispielsweise die Atemwege.

Achtung!

  • Für Säuglinge und Kleinkinder sind ätherische Öle, die Kampfer und Menthol enthalten (z. B. Minzöl und Pfefferminzöl), nicht geeignet und in jedem Fall zu vermeiden.
  • Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit ist vorsicht geboten.
  • Wer Fieber hat, sollte nicht baden, um den Kreislauf nicht zu überfordern.
  • Bei allen Fragen zu ätherischen Ölen und in Zweifelsfällen gilt: Sicherheitshalber den Arzt oder Apotheker um Rat fragen.