Therapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Erfahren Sie hier alles zu der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Arzneimitteltherapie, Ernährung sowie Sport und Bewegung.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nr. 1. [1] Dabei hat der medizinische Fortschritt dazu geführt, dass es mittlerweile sehr gute Therapiemöglichkeiten für die häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Zum Beispiel wäre vermutlich eine große Zahl von Herzinfarkten vermeidbar, wenn Patienten die verordneten Medikamente regelmäßig und in der richtigen Dosierung einnehmen würden.
Mann hält Glas mit Wasser und Tablette gegen Herz-Kreislauferkrankungen in Händen

Arzneimitteltherapie: Die wichtigsten Arzneimittel und ihre Wirkstoffe

Die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich heute dank moderner Medikamente gut in den Griff bekommen. Welches Medikament für wen geeignet ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab: Alter, Art und Schwere der Erkrankung, das Vorliegen bestimmter Begleiterkrankungen oder Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten. Manchmal wählt der Arzt auch eine Kombination verschiedener Medikamente, die sich in ihrer Wirkung gut ergänzen.

Man unterscheidet zwischen den folgenden Medikamentengruppen und Wirkprinzipien. 

 

ACE-Hemmer (Angiotensin-Konversions-Enzym-Hemmer)

Diese Wirkstoffe hemmen ein körpereigenes Enzym, das maßgeblich zur Bildung von Angiotensin II beiträgt. Angiotensin II ist ein Hormon, das die Blutgefäße verengt und daher zu einer Blutdruckerhöhung (Hypertonie) führt. Wird weniger dieses körpereigenen Stoffes gebildet, sinkt der Blutdruck.

Heute sind ACE-Hemmer auch zur Behandlung der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) im Einsatz, weil sie durch die Blutgefäßerweiterung den Blutfluss erleichtern und somit das Herz entlasten.

Bei beiden Indikationen– Bluthochdruck (Hypertonie) und Herzschwäche– gehören die ACE-Hemmstoffe aufgrund ihrer guten Verträglichkeit zu den Mitteln der ersten Wahl.

Antiarrhythmika

Zu den Antiarrhythmika zählen zahlreiche verschiedene Arzneimittel, die bei Herzrythmusstörungen eingesetzt werden. Diese beeinflussen in unterschiedlicher Weise die Bildung und Weiterleitung der elektrischen Erregungen im Herzen. Bei der Behandlung mit Antiarrhythmika müssen unter anderem die Häufigkeit und Schwere der Rhythmusstörungen, sowie Art und Ausmaß der zugrundeliegenden Herzerkrankung berücksichtigt werden. Mehr zu Antiarrhythmika.

Betablocker

Betablocker blockieren die so genannten Beta-Rezeptoren am Herz und an den Gefäßwänden und hemmen dadurch die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Dies führt zu einer Entlastung des Herzens, indem die Herzschlagfolge verlangsamt und die Kraft, mit der sich der Herzmuskel zusammenzieht, vermindert wird. Das Herz arbeitet sozusagen im Schongang. An den Blutgefäßen führen Betarezeptorenblocker zu einer Erweiterung.

Heute werden Betablocker erfolgreich zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit (KHK) und bestimmter Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Betablocker werden auch zur Therapie der Herzinsuffizienz verwendet, nachdem große wissenschaftliche Studien eine verbesserte Lebenserwartung durch die Therapie mit Betablockern nachgewiesen haben. Die Therapie sollte allerdings sehr vorsichtig und in niedriger Dosierung begonnen werden.

Zu Beginn der Therapie ist eine verminderte körperliche Belastbarkeit des Patienten möglich. Nach einigen Monaten Therapie steigt die Belastbarkeit deutlich an.

Calciumantagonisten

Calciumantagonisten erweitern die Blutgefäße und Koronararterien. Dadurch wird einerseits der Blutdruck gesenkt und das Herz entlastet. Andererseits kann mehr Blut durch die erweiterten Koronararterien fließen und dadurch die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels deutlich verbessert werden.

Calciumantagonisten werden bei Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und für die Dauerbehandlung der koronaren Herzkrankheit eingesetzt.

Diuretika

Diuretika werden im Volksmund auch „Wassertabletten" genannt. Sie steigern die Wasser- und Salzausscheidung über die Niere. Dadurch verringert sich die Flüssigkeitsmenge im Blutkreislauf und der Druck in den Arterien wird geringer. Wenn Sie ein Diuretikum einnehmen, werden Sie wahrscheinlich häufiger zur Toilette gehen müssen. Diuretika werden in der Langzeitbehandlung unter sorgfältiger Kontrolle des Mineralstoffhaushaltes (Kalium, Natrium) angewandt.

Gerinnungshemmer

Gerinnungshemmer verzögern die Blutgerinnung, indem sie die körpereigene Produktion bestimmter Gerinnungseiweiße herabsetzen oder indem sie direkt mit den Gerinnungsfaktoren interagieren. Die Gerinnungszeit wird dadurch gezielt verlängert und die Entstehung von unerwünschten Gerinnseln, die ein Blutgefäß verstopfen können, wird verhindert. Die Hemmung der Blutgerinnung durch Präparate muss genau eingestellt werden. Wird die Blutgerinnung beispielsweise zu schwach gehemmt, ist kein ausreichender Schutz vor der Bildung von Gerinnseln gewährleistet. Eine zu starke Hemmung der Blutgerinnung dagegen erhöht die Neigung zu verstärkten Blutungen. Daher sind häufige und regelmäßige Kontrollen der Blutgerinnung notwendig.

Nitrate

Nitrate entlasten durch eine Erweiterung der Venen und der Arterien das Herz. Dadurch verringern sie zum einen den Sauerstoffbedarf des Herzens, zum anderen verbessern sie die Sauerstoffversorgung der Herzmuskulatur. Einige dieser Medikamente wirken sehr schnell und werden als Spray oder Zerbeißkapsel bei einem Angina-pectoris-Anfall eingesetzt. Hier sorgen sie dafür, dass das Herz rasch wieder durchblutet wird. Für die Dauerbehandlung der koronaren Herzkrankheit werden langwirksame Präparate eingesetzt, um einen Angina-pectoris-Anfall möglichst zu verhindern. 

Sartane (Angiotensinrezeptor-Blocker)

Sartane verringern die Wirkung des Hormons Angiotensin II. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Die Angiotensinrezeptor-Blocker sind den ACE-Hemmern in der Wirkweise sehr ähnlich. Sie gelten als Alternative, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden.

Thrombozytenaggregationshemmer

Thrombozytenaggregationshemmer haben die Aufgabe, die Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) zu verhindern. Dabei soll insbesondere das Wachstum von Blutgerinnseln (Thromben) in den Schlagadern (Arterien) unterbunden werden. Thromben können die Arterien unter Umständen verstopfen und die Versorgung wichtiger Organe erschweren oder nicht mehr möglich machen. Das hauptsächliche Einsatzgebiet von Thrombozytenaggregationshemmern ist die Vorbeugung von Schlaganfällen, Herzinfarkten und anderen Durchblutungsstörungen.

Jeder Patient kann selbst dazu beitragen, den bestmöglichen Therapieerfolg bei der Medikamenteneinnahme zu erzielen.

Hinweise zur Einnahme von Medikamenten gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ärztin mit Mann im Gespräch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Immer wieder wird die mangelnde Compliance bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beklagt. Gemeint ist damit, dass leider sehr viele Patienten ihre Arzneimittel nicht wie verordnet einnehmen. Sie werden zum Beispiel nicht regelmäßig eingenommen oder die Einnahme wird vorzeitig abgesetzt. Die Folgen sind beispielsweise, dass Blutdruck und Cholesterinspiegel nicht ausreichend gesenkt werden, und die Patienten ihr Therapieziel nicht erreichen.

Viele Patienten sind verständlicherweise verunsichert, wenn sie die Packungsbeilage ihres Herzmittels lesen. Sie befürchten, dass dieses ihrer Gesundheit eher schadet als hilft. Abhängig vom Arzneimittel treten die in der Gebrauchsinformation beschriebenen Nebenwirkungen allerdings nur bei sehr wenigen Patienten auf. Andere klingen im Laufe der Behandlung wieder ab. Entscheidend ist aber, dass bei allen zugelassenen Medikamenten der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

Den Nutzen eines Mittels gegen Bluthochdruck oder gegen hohen Cholesterinspiegel beispielsweise spürt der Betroffene nicht sofort. Zu beachten ist aber, dass nicht nur ein hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte gesenkt werden sollen. Viel wichtiger ist die Vermeidung der Folgeerscheinungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Darum ist es wichtig, dass die Einnahmeempfehlungen des Arztes befolgt werden.

Bei einigen Mitteln gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine Besserung schnell spürbar. Auch dann gilt: Die Arzneien dürfen nicht abgesetzt werden, sondern müssen weiter wie vom Arzt verordnet eingenommen werden. Gleiches gilt, wenn die Medikamente nicht mehr so gut wirken oder Nebenwirkungen auftreten. Bevor ein Mittel abgesetzt wird oder die Dosis verändert wird, muss in jedem Fall mit dem Arzt gesprochen werden.

Medikamente sollten immer mit genügend Flüssigkeit eingenommen werden, am besten mit einem Glas Wasser. Manche Getränke, wie Milch oder Grapefruitsaft, sind eher ungeeignet, da sie die Wirksamkeit oder Verträglichkeit beeinflussen können.

Einige Arzneimittel sollten nicht gemeinsam mit anderen eingenommen werden. Darum ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt über alle eingenommenen Arzneimittel informiert ist, um eine richtige Verordnung zu stellen. Das gilt auch für rezeptfrei in der Apotheke, in der Drogerie oder im Supermarkt gekaufte Arzneimittel.

Wurde die Einnahme einmal versäumt, sollte die Einnahme beim nächsten Mal nicht verdoppelt werden. Die Einnahme wird wie gewohnt fortgesetzt. Hinweise zur Einnahme (z.B. vor oder nach einer Mahlzeit), zur Aufbewahrung des Arzneimittels und weitere Empfehlungen stehen im Beipackzettel.

Fragen Sie bei Unklarheiten Ihren Arzt oder Apotheker.

Einnahmeplan für Medikamente

Entscheidend für den Erfolg einer Therapie ist die Therapietreue, also die regelmäßige Einnahme eines oder mehrerer Medikamente. Ein Medikamentenplan vereinfacht die richtige Einnahme und dient als Erinnerung für die Einnahme oder dafür, ob die Einnahme schon erfolgt ist oder nicht.

Einnahmeplan als Druckversion (PDF)

Wichtige Hinweise für die Medikamenteneinnahme:

  • Befolgen Sie immer die Einnahmeempfehlungen Ihres Arztes.
  • Lesen Sie die Gebrauchsinformation (Beipackzettel) genau durch.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente immer mit genügend Flüssigkeit ein, am besten mit einem Glas Wasser.
  • Ändern Sie auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt die Dosierung eines Medikaments und unterbrechen Sie nicht die Einnahme.
  • Kontaktieren Sie Ihren Arzt, sollten mögliche Nebenwirkungen auftreten.
  • Bewahren Sie – sofern möglich – auch an Ihrem Arbeitsplatz einige Tabletten auf, falls Sie die Einnahme zu Hause vergessen haben sollten.
  • Sorgen Sie stets für einen ausreichenden Vorrat an Tabletten, besonders wenn Sie auf Reisen gehen.

Unterstützende Therapie: Das können Patienten selbst tun

Jeder Patient kann selbst dazu beitragen, den bestmöglichen Therapieerfolg bei der Medikamenteneinnahme zu erzielen.

Gesunde Ernährung

In vielen Fällen können Erkrankte durch die richtige Ernährung viel zur Behandlung beitragen. Gerade durch die Reduzierung eines vorhandenen Übergewichts können viele Herz-Kreislauf-Krankheiten gebessert werden. So kann zum Beispiel der Blutdruck um 2 bis 4 mmHg pro Kilogramm verlorenem Körpergewicht sinken.

Aber nicht Radikalkuren oder die in vielen Zeitschriften angepriesenen Diäten bringen dauerhaften Erfolg. Vielmehr ist die Umstellung auf eine ausgewogene, bewusste Ernährung erforderlich. Diese bringt zwar keine schnellen Erfolge, dafür aber eine anhaltende Gewichtsabnahme. Ein Auge für den Kaloriengehalt der Nahrungsmittel und eine bewusst salz- und fettarme Ernährung haben einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und das allgemeine Wohlbefinden. Auch vitamin- und ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind günstig.

Generell gilt: Gemüse, Salate, Obst und Kartoffeln sollte der Vorrang vor Fleisch und fetthaltigen Speisen gegeben werden. Auch Fischgerichte, ein- bis zweimal in der Woche, können gerade bei Atherosklerose oder erhöhtem Cholesterin einen positiven Beitrag leisten.

Auch bei Getränken sollte auf den Kaloriengehalt geachtet werden. Statt Limonade sollte Wasser oder Tee getrunken werden. Limonade und andere Erfrischungsgetränke enthalten sehr viel Zucker. Fruchtsäfte liefern zwar Vitamine und Ballaststoffe, enthalten aber oft viel Zucker. Deshalb sollten Fruchtsäfte nur in Maßen genossen und frischgepresste Säfte oder Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz bevorzugt werden.

Speisen sollten möglichst wenig gesalzen werden, weil viele Lebensmittel an sich schon viel Salz enthalten. Besonders salzhaltige Speisen, wie Fisch- oder Fleischkonserven, Schinken, Schmelzkäse oder Fertiggerichte, sollten gemieden werden.

Cholesterinwerte senken

Auch erhöhte Cholesterinspiegel können mit einer gesunden Ernährung positiv beeinflusst werden. Dabei spielt das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin keine so große Rolle wie früher angenommen. Das strikte Meiden von cholesterinreichen Nahrungsmitteln, wie Eier oder Leber, ist bei den meisten Patienten nicht erforderlich. Eine leicht reduzierte Cholesterinaufnahme ist meist ausreichend.

Von größerer Bedeutung sind die gesättigten Fettsäuren, die vor allem in tierischem Fett, aber auch in manchen Pflanzenölen, wie Palmöl oder Kokosfett, vorkommen. Diese Fette lassen den Cholesterinspiegel ansteigen. Dagegen wirken sich die sogenannten ungesättigten Fettsäuren, wie Ölsäure oder Linolsäure, die vor allem in Olivenöl, Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl, aber auch in Nüssen vorkommen, positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Eine fettarme Ernährung und der Verzehr von ungesättigten statt gesättigten Fettsäuren leisten also einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit.

 Ebenfalls gemieden werden sollten Nahrungsmittel, die einen hohen Gehalt an „trans-Fettsäuren” enthalten, wie Frittiertes (z.B. Pommes frites), Chips oder minderwertige Margarine, da auch trans-Fettsäuren einen Anstieg von Cholesterin bewirken.

Geeignete & ungeeignete Nahrungsmittel bei cholesterinbewusster Ernährung
 

  geeignet ungeeignet
Milch bzw. Milchprodukte fettarme Milch, Magermilch, Molke, Buttermilch, Magerquark, Hüttenkäse, Harzer Käse, Magerkäse unter 10 % Fett i.Tr. (im Trockenanteil) Vollmilch, Sahne, Crème fraîche, fettreiche Kondensmilch, Vollmilchjoghurt, Käsesorten mit mehr als 30 % Fett i.Tr. (im Trockenanteil)
Eier Eiweiß Eigelb, Rührei, Spiegelei, Omelette

Fisch

Magerfische wie z.B. Kabeljau, Scholle, Forelle, Seelachs

Aal, Räucheraal, Fischfrikadelle, Mastkarpfen, panierter Fisch

Wurstwaren Wurstsorten mit einem Fettgehalt bis 20 %, gekochter Schinken ohne Fettrand, Putenschinken, Geflügelwurst Wurstsorten mit einem Fettgehalt über 20 %, Dauerwurst, Leberwurst, Mettwurst
Fleisch Kalbfleisch, Kaninchen, Wild, Wildgeflügel, Hähnchen (ohne Haut) fettes Fleisch von Schwein, Rind oder Hammel, Innereien, Schinkenspeck, Speck, Gans, Ente
Kartoffeln gekochte oder Pellkartoffeln, Kartoffelknödel, Püree Bratkartoffeln, Pommes frites, Kartoffelchips
Soßen fettarme Soßen, Soßen mit Zitrone oder Magerjoghurt zubereitet, fettarme Salatdressings Mayonnaise, Remoulade, sahnehaltige Dressings, Butter-, Sahne- und Käsesoßen
Süßspeisen / Süßwaren Pudding mit fettarmer Milch, Fruchtpudding, Geleespeisen butter-, sahne- oder vollmilchhaltige Nachspeisen, Nougatcreme, Schokoriegel, Pralinen
Kuchen / Gebäck mit fettarmer Milch und pflanzlichen Fetten hergestellte Produkte ohne Eigelb Torten, Schmalz- und Ölgebackenes, Butterkekse, Salz- und Käsegebäck
Getränke Filterkaffee, Tee, Mineralwasser, ungezuckerte Erfrischungs-, Frucht- und Gemüsesäfte zuckerhaltige Limonaden und Säfte, Sahne und Eierlikör, ungefilterter Kaffee, Irish Coffee

Bewegung & Sport

Sport in geeigneter Form verbessert die Leistungsfähigkeit und kann sich positiv auf Ihr Herz und Ihren Kreislauf auswirken. Außerdem ist regelmäßige sportliche Betätigung ein guter Weg, um überflüssige Pfunde loszuwerden. Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten jedoch mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie mit dem Training beginnen.

Bei jeder körperlichen Belastung schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt an, um den steigenden Sauerstoffbedarf des Körpers abzudecken. Damit das Herz-Kreislauf-System nicht überfordert wird, ist es wichtig, den idealen Bereich der Herzfrequenz während des Trainings zu kennen.

Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung für den Belastungspuls.2 Den Belastungspuls sollten Sie spätestens zehn Sekunden nach Belastungsende messen. Nach der Belastung sollten Sie sich langsam weiterbewegen und nach drei Minuten erneut den Puls messen, den sogenannten Erholungspuls. Dieser sollte 20 bis 40 Schläge pro Minute unterhalb der Belastungspulsgrenze liegen. Wenn der Erholungspuls höher ist, trainieren Sie beim nächsten Mal bei einem niedrigeren Belastungspuls. Insbesondere bei Vorerkrankungen sollten Sie in jedem Fall die sinnvolle Belastungshöhe mit Ihrem Arzt absprechen.  
 

    Belastungspuls
für Anfänger
Belastungspuls
für Geübte
Belastungspuls
für Trainierte
Alter Maximalpuls* 60 Prozent des Maximalpulses 70 Prozent des Maximalpulses 80 Prozent des Maximalpulses
20 200 120 140 160
30 190 114 133 152
40 180 108 126 144
50 170 102 119 136
60 160 96 112 128
70 150 90 105 120

* Maximalpuls = 220 minus Lebensalter

Gut geeignet sind Ausdauersportarten. Diese haben nicht nur einen günstigen Trainingseffekt auf das Herz-Kreislauf-System, sondern Intensität und Pensum lassen sich sehr gut auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen. Weniger geeignet sind Ballsportarten wie Fußball, Tennis, Squash etc.

Bei schwerwiegenden Erkrankungen ist die Auswahl der richtigen Form des Trainings besonders wichtig. Vielleicht ist es auch günstig, in einer überwachten Herzsportgruppe unter ärztlicher Aufsicht Sport zu treiben. Informationen halten Krankenkassen sowie die Deutsche Herzstiftung e.V. bereit.

Tipps für das Ausdauertraining

  • Regelmäßigkeit ist das "A und O": drei- bis viermal pro Woche für ca. 30 Minuten
  • Lieber langsamer und dafür länger
  • Keine Höchstbelastung: die individuelle Belastungsgrenze sollte nicht überschritten werden
  • integrieren Sie Ihr Bewegungsprogramm in Ihren Tagesablauf
  • Organisieren Sie Trainingspartner
  • Trainieren Sie nicht mit vollem Magen, warten Sie mindestens 2 Stunden nach dem Essen
  • Trinken Sie während des Trainings ausreichend
  • Sportmediziner empfehlen folgenden Trainingsablauf: Aufwärmen, Dehnen der beanspruchten Muskulatur, Ausdauerbelastung, aktive Erholungsphase mit reduziertem Tempo

Ist Sex ein Risiko für Herzkranke?

Grundsätzlich gilt, dass sich ein befriedigendes Sexualleben positiv auf die Psyche auswirkt und daher Ihre Gesundheit fördert.

Die körperliche Belastung beim Geschlechtsverkehr ist nicht so groß, wie oft vermutet wird.

Daher kommt der sogenannte "Liebestod" während des Sexualaktes nur sehr selten vor.

Wer beim Treppensteigen oder schnellem Gehen keine Beschwerden haben, kann das Sexualleben wie bisher fortführen.

Ist die körperliche Belastungsfähigkeit stark eingeschränkt, z. B. nach einem Herzinfarkt, kann der behandelnde Arzt eine Einschätzung abgeben.
 

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis) (2017): Zahl der Todesfälle im Jahr 2015 um 6,5 % gestiegen – Pressemitteilung Nr. 022 vom 19.01.2017. www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_..., zuletzt aufgerufen in 06/2018.
  2. Fuchshuber, J. (2017): So trainieren Sie Ausdauer richtig. www.tk.de/techniker/gesund-leben/sport/training/ausdauer-kondition-ausda..., zuletzt aufgerufen in 06/2018.