Unerwünschte Wirkungen der Krebsbehandlung

Nebenwirkungen von Chemotherapie, Hormontherapie, Immuntherapie

Da eine Krebsbehandlung auch gesunde Zellen und Gewebe schädigen kann, sind unerwünschte Wirkungen häufig. Die spezifischen Nebenwirkungen hängen von der Art und dem Ausmaß der Behandlung ab. Sie sind u. U. nicht bei jeder Frau die Gleichen, nicht einmal bei Frauen, die die gleiche Behandlung erhalten. Und die Nebenwirkungen einer Patientin können sich von einem Behandlungstermin zum nächsten ändern.

Operation

Eine Operation führt zu kurzfristigen Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Operationsbereich. Vor der Operation kann die Patientin eine Schmerzbehandlung ansprechen. Bei jeder Art von Operation besteht auch ein Risiko, dass Infektionen, Blutungen oder andere Probleme auftreten.

Die Entfernung einer Brust oder beider Brüste kann zu Gleichgewichtsstörungen führen und diese zu Nacken- und Rückenbeschwerden. Im Bereich, in dem die Brust entfernt wurde, fühlt sich die Haut u. U. gespannt an. Die Muskeln in Arm und Schulter können sich steif und schwach anfühlen. Arzt, Krankenschwester oder Physiotherapeut können Übungen empfehlen, damit die Beweglichkeit und Kraft in Arm und Schulter wiederhergestellt werden.

Wenn bei einer Operation Nerven geschädigt oder durchtrennt werden, kann es im Brustraum, Achselhöhle, Schulter und Oberarm zu Taubheitsgefühl und Kribbeln kommen. Diese Missempfindungen klingen i. d. R. innerhalb einiger Wochen oder Monate ab, bei manchen Frauen bildet sich das Taubheitsgefühl jedoch nicht zurück.

Durch die Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle wird der Abfluss der Lymphflüssigkeit verlangsamt. Die Flüssigkeit kann sich im Arm und in der Hand stauen und eine Schwellung (Lymphödem) verursachen. Dieses Problem kann sich direkt nach der Operation entwickeln oder erst nach Monaten oder Jahren auftreten. Der Arm und die Hand auf der behandelten Seite müssen für das ganze weitere Leben geschützt werden. Dazu sind folgende Maßnahmen notwendig:

  • am betroffenen Arm keine eng sitzende Kleidung oder eng anliegenden Schmuck tragen
  • Handtasche oder Gepäck mit dem anderen Arm tragen
  • zur Haarentfernung in der Achselhöhle einen elektrischen Rasierapparat verwenden, um Schnittwunden zu vermeiden
  • Spritzen, Blutabnahmen und Blutdruckmessungen am anderen Arm vornehmen lassen
  • bei der Gartenarbeit und der Verwendung starker Putzmittel Handschuhe tragen, um die Hände zu schützen;
  • sorgfältige Nagelpflege; Schnitte in die Nagelhaut vermeiden;
  • Verbrennungen oder Sonnenbrand am betroffenen Arm und an der betroffenen Hand vermeiden.

Gegen das Lymphödem helfen u. a. spezifische Bewegungsübungen. Elastische Ärmel verbessern den Lymphkreislauf. Andere Maßnahmen sind Medikamente, Massagen (manuelle Lymphdrainagen) oder die Verwendung eines Geräts, das den Arm sanft komprimiert. Auch eine Überweisung zur Physiotherapie oder an einen anderen Spezialisten könnte angebracht sein.

Strahlentherapie

Häufig kommt es bei Bestrahlungen zu Hautreizungen. Die Haut ist gerötet, wird trocken und juckt. Weil Büstenhalter und einige andere Kleidungsstücke an der Haut reiben, tragen manche Frauen in dieser Zeit lieber locker sitzende Kleidung. Eine sanfte Hautpflege kann ebenfalls wichtig sein. Vor der Anwendung von Deodorants, Lotionen oder Cremes auf dem behandelten Bereich sollte der Arzt gefragt werden. Die Auswirkungen der Strahlentherapie auf die Haut sind vorübergehende Erscheinungen und der betroffene Bereich heilt allmählich ab, sobald die Behandlung beendet ist. Die Farbe der Haut kann jedoch für längere Zeit nach der Bestrahlung dunkler oder gerötet erscheinen.

Chemotherapie

Einige Krebsmedikamente können die Eierstöcke schädigen. Wenn diese keine Hormone mehr bilden, kann es zu Symptomen wie in den Wechseljahren kommen (z. B. Hitzewallungen und Trockenheit im Vaginalbereich). Die Menstruation kann unregelmäßig werden oder ausbleiben und es kann zu Unfruchtbarkeit kommen; bei Frauen über 35 Jahren ist die Unfruchtbarkeit wahrscheinlich von Dauer.

Hormontherapie

Die Nebenwirkungen einer Hormontherapie hängen weitgehend von dem jeweiligen Medikament oder der Art der Behandlung ab. Das zur Hormontherapie am häufigsten eingesetzte Medikament ist Tamoxifen, dessen Haupteffekt die Blockade Östrogen-abhängiger Zellen ist.

I. d. R. wird Tamoxifen bei Patientinnen nach den Wechseljahren eingesetzt; es kann aber bei niedrigem Risiko und Hormonabhängigkeit des Tumors auch vor den Wechseljahren angewandt werden.

Schwerwiegende Nebenwirkungen von Tamoxifen sind selten. Es kann jedoch zu Blutgerinnseln in den Venen führen, vor allem in den Beinen und in der Lunge. Bei einigen wenigen Frauen kann Tamoxifen das Schlaganfallrisiko etwas erhöhen. Es kann auch zu Krebs in der Schleimhaut oder der Muskelwand der Gebärmutter führen. Alle ungewöhnlichen Vaginalblutungen sollten dem Arzt mitgeteilt werden. Der Arzt kann dann eine Unterleibsuntersuchung durchführen sowie eine Biopsie der Gebärmutterschleimhaut oder andere Tests machen.

Im Allgemeinen sind die Nebenwirkungen von Tamoxifen einigen Wechseljahrsymptomen ähnlich. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hitzewallungen und Ausfluss aus der Scheide. Bei manchen Frauen treten unregelmäßige Menstruationen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit u/o Erbrechen, Trockenheit oder Juckreiz im Vaginalbereich, Reizung der Haut um die Vagina herum und Hautausschläge auf. Frauen, die noch ihre Periode haben, könnten schwanger werden, während sie Tamoxifen einnehmen. Da Tamoxifen das ungeborene Kind schädigen könnte, sollten Frauen, bevor sie Tamoxifen nehmen, mit ihrem Arzt über Empfängnisverhütungsmaßnahmen sprechen. Nicht alle Frauen, die Tamoxifen nehmen, haben Nebenwirkungen.

Wenn die Hormontherapie in einer Operation zur Entfernung der Eierstöcke besteht, tritt sofort die Menopause ein. Die Nebenwirkungen sind meist schwerer als die Probleme, die während einer natürlichen Menopause auftreten können. Der Arzt kann Möglichkeiten empfehlen, wie diese Nebenwirkungen bewältigt werden können.

Immuntherapie

Trastuzumab ist ein Immuntherapeutikum, das zur Behandlung mancher Frauen mit Brustkrebs verwendet wird, der ausgestreut hat. Die Nebenwirkungen, die während der ersten Behandlung mit Trastuzumab am häufigsten auftreten, sind Fieber und Schüttelfrost. Andere mögliche Nebenwirkungen sind Schmerzen, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Atemnot und Hautausschläge. Diese Nebenwirkungen lassen nach der ersten Behandlung im Allgemeinen in ihrer Stärke nach.

Trastuzumab kann auch Schädigungen am Herzen verursachen, die zu Herzinsuffizienz führen können. Es kann auch die Lungen schädigen und Atemprobleme verursachen, die umgehend ärztlich behandelt werden müssen.