Entspannungs- und Verhaltenstherapien, Psycho- und Kreativtherapien

Es gibt verschiedene Entspannungs- und Verhaltenstherapie sowie Psycho- und Kreativtherapie, die Menschen mit chronischen Schmerzen das Leben erleichtern können.

Muskelentspannung, autogenes Training

Entspannungstherapien können Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, das Leben erheblich erleichtern. Entspannungstechniken helfen gegen verkrampfte Muskulatur und sorgen für Ruhe und Ausgeglichenheit. Sie können aber auch sehr positive Effekte auf das Schmerzempfinden haben. Heutzutage sind Entspannungstherapien aus der ganzheitlichen Schmerztherapie nicht mehr wegzudenken.

Die Muskelentspannung nach Jacobson ist eine Möglichkeit, um rasch zu entspannen. Mit diesem Muskel-Entspannungstraining lernen Sie, verspannte Muskeln wieder aktiv zu entspannen. Das Prinzip ist einfach: Sie spannen einzelne Muskelgruppen nacheinander von Kopf bis Fuß für einige Sekunden an. Danach lösen Sie die Anspannung und spüren dem gelösten Zustand nach. Das entspannt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist und hilft, chronische Schmerzen zu verringern. Wer mit Progressiver Muskelentspannung beginnt, sollte regelmäßig üben. Schon 20 Minuten täglich reichen.

Qi Gong ist ein aus China stammendes Bewegungstraining, das versucht, durch richtige Atmung und sanfte Körperbewegungen Stress abzubauen und Kraft zu schöpfen. Durch die verschiedenen, den gesamten Körper erfassenden, Bewegungsübungen wird die Muskulatur gelockert und entspannt. Qi Gong kann das Schmerzempfinden positiv beeinflussen und den Umgang mit Schmerzen erleichtern.

Biofeedback ist eine spezielle Form der Entspannung. Sie hilft Körperfunktionen wahrzunehmen, die normalerweise unbewusst ablaufen, wie den Herzschlag, den Blutdruck, die Muskelspannung oder die Hauttemperatur. Dazu wird der Patient über Elektroden mit einem Computer verbunden. Die Elektroden messen die verschiedenen Körperfunktionen. Eine spezielle Software analysiert die Messdaten und verwandelt sie in optische und/oder akustische Signale. Diese wiederum versucht der Patient willentlich in seinem Sinn zu beeinflussen.
Durch die optischen und akustischen Rückmeldungen bekommt er sofort Hinweise über den Erfolg seiner Strategien und Bemühungen.

Hypnose ist ebenfalls eine Form der Verhaltenstherapie im Kampf gegen chronische Schmerzen. Dabei wird die Aufmerksamkeit des Patienten ganz nach innen gelenkt. Der Schmerzpatient entwickelt innere Bilder und leitet darüber Veränderungsprozesse ein. Durch Hypnose verändert sich aber auch die Schmerzverarbeitung. Die Selbsthypnose ist bei regelmäßiger Übung gut erlernbar.

    Erkundigen Sie sich nach Therapien! Wenn Sie unter chronischen Schmerzen leiden, sollten Sie sich nicht scheuen, eine Entspannungs-, Verhaltens-, Psycho- oder Kreativtherapie zu beginnen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt nach Methoden, die sich bei Ihren Beschwerden bewährt haben.

    Die Verhaltenstherapie wird in der Schmerzbehandlung am häufigsten eingesetzt. Dabei lernen die Patienten, ihre Gedanken, Gefühle und ihr Verhalten in verschiedenen Situationen zu erkennen und zu verändern. Diese Methode eignet sich besonders dann, wenn Stress eine wichtige Ursache ist.

    Die Psychoanalyse geht davon aus, dass das Verhalten und Erleben eines Erwachsenen im Wesentlichen durch Erfahrungen in der frühen Kindheit geprägt werden. Um schmerzliche Gefühle und Erlebnisse nachträglich bewältigen zu können, unterstützt der Psychoanalytiker den Patienten, sich an Vergangenes zu erinnern. Ziel der Therapie ist es, sich von inneren Zwängen, Verhaltens- und Erlebnismustern zu befreien und sich losgelöst von der Vergangenheit weiterentwickeln zu können.

    Kreativtherapien oder auch künstlerische Therapien sind eine relativ junge therapeutische Disziplin. Sie werden bei Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen und krisenhaften Entwicklungen in allen Lebensphasen sowie in psychosozialen Zusammenhängen eingesetzt. Künstlerische Therapien können eine ganzheitliche Behandlung chronischer Schmerzen sinnvoll unterstützen.

    Zu den Kreativtherapien zählen:

    • Kunsttherapie
    • Musiktherapie
    • Tanztherapie
    • Theatertherapie

    Das Autogene Training ist eine Suggestionsbehandlung. Durch Suggestion (Einflussnahme) bestimmter Formeln, z. B. "Meine Beine sind ganz schwer" gelangt der Körper in einen tiefen Entspannungszustand, der sich unmittelbar durch erniedrigten Pulsschlag, verlangsamten Herzschlag und andere Entspannungszeichen bemerkbar macht. Mithilfe des autogenen Trainings kann das Schmerzempfindung direkt positiv beeinflusst werden. Autogenes Training ist einfach zu lernen und lässt sich überall ausführen.

    Das Autogene Training

    Die Grundübungen erlernen

    Für das Autogene Training gibt es sechs Grundübungen, die einfach zu erlernen sind.
    Die Übungseinheiten führen zu einem Schwere- und Wärmegefühl in Armen und Beinen, der Beruhigung von Pulsschlag und Atmung, zu einem Wärmegefühl im Solarplexus (Sonnengeflecht) und einer angenehmen Kühle der Stirn. Fragen Sie vor der Durchführung von Übungen Ihren Arzt, ob Sie diese durchführen dürfen.

    Legen Sie sich entspannt auf den Rücken oder nehmen sie die so genannte Kutscherhaltung ein, d. h. Sie sitzen gemütlich auf Ihrem Stuhl. Die Beine stehen hüftbreit auseinander. Beugen Sie sich aus der Taille heraus nach vorn, stützen Sie Ihre Unterarme auf den Oberschenkeln ab, und lassen Sie Ihren Kopf hängen. Konzentrieren sich bei den Übungen ausschließlich auf Ihren eigenen Körper.

    Wussten Sie, dass Sie im Anschluss an das Autogene Training einen individuellen Leitsatz formulieren können? Eine wirksame Vorsatzformel könnte lauten: "Ich bestimme über meine Schmerzen."

    Haben Sie alle sechs Übungen durchgeführt, schließen Sie das Training mit der 'Zurücknahme' ab:

    1. Arme ganz festmachen
    2. Sich räkeln und strecken
    3. Tief ein und wieder ausatmen
    4. Augen öffnen