Take-Home-Regelung

Wird der Opioidabhängige von seinem Arzt als stabil eingeschätzt, kann er das Substitutionsmittel im Rahmen der Take-Home-Regelung für einen oder mehrere Tage mit nach Hause nehmen. Er erhält im Rahmen einer persönlichen Konsultation vom Arzt ein Rezept, das in einer Apotheke eingelöst werden muss. So wird die Eigenverantwortung des Betroffenen gestärkt. Häufig ist erst dann eine soziale Integration wie beispielsweise das Nachgehen einer regelmäßigen Erwerbstätigkeit möglich. Wann die Take-Home-Verordnung für den einzelnen Patienten in Frage kommt, entscheidet der Arzt - von Seiten des Patienten gibt es keinen Anspruch auf eine Take-Home-Vergabe. Sie darf einen Zeitraum von 30 Tagen nicht überschreiten.

Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer sollte eine Take-Home-Verordnung nur dann erfolgen, wenn

  • der Patient regelmäßig die erforderlichen Arztkontakte wahrnimmt
  • die Einstellung auf das Substitutionsmittel abgeschlossen ist 
  • der bisherige Verlauf der Behandlung zu einer klinischen Stabilisierung des Patienten geführt hat
  • Risiken einer Selbst- und Fremdgefährdung, insbesondere für gegebenenfalls im Haushalt mitlebende Kinder, soweit wie möglich ausgeschlossen sind
  • der Patient stabil keine weiteren Substanzen konsumiert, die zusammen mit der Einnahme des Substitutionsmittels zu einer schwerwiegenden gesundheitlichen Gefährdung führen können
  • der Patient nicht gegen getroffene Vereinbarungen verstößt
  • eine psychosoziale Stabilisierung erfolgt ist

Wenn eine Destabilisierung des Patienten zu erkennen ist oder andere Probleme auftreten, kann jederzeit auf die erneute tägliche Ausgabe des Substitutionsmittels umgestellt werden.