Tipps für Patienten mit Schmerzen

Gegen Schmerzen hilft nicht nur eine passende Therapie, sondern auch der richtige Umgang mit Schmerzen ist wichtig. Hier finden Sie einige Tipps.

Wenn Schmerzen den Alltag bestimmen

Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität von Betroffenen stark. Manchmal bestimmen sie sogar den Alltag. Individuelle Schmerztherapien können Abhilfe schaffen. Darüber hinaus kann aber auch jeder Patient selbst aktiv werden, um seine Schmerzen zu lindern. Folgende Tipps können Ihnen helfen, besser mit Ihren Schmerzen umzugehen und Ihren Alltag zu erleichtern.

Oder bewegen Sie sich einfach zur Musik – und das geht nicht nur auf der Tanzfläche, sondern auch auf einem Stuhl. Der Effekt: Sich im Rhythmus der Musik zu bewegen, regt Körper, Denken und Gefühle gleichermaßen an und wirkt sich lindernd auf den Schmerz aus. Bitte fragen Sie aber auch hier Ihren Arzt, was Sie sich "zumuten" dürfen.

1. Bewegen Sie sich

Wer starke Schmerzen hat, darf sich nicht nur bewegen – er soll es in der Regel sogar! Jede Art von Bewegung nutzt nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele und trägt zur Schmerzkontrolle bei. Eine kräftige Muskulatur ist ein bewährtes Mittel gegen Schmerzen. Sie kann nicht nur chronische Schmerzen lindern helfen, sondern den Teufelskreis aus Schmerz und Anspannung durchbrechen. Wichtig ist, dass die Bewegung Ihnen Spaß macht. Fangen Sie einfach an und suchen Sie sich eine Bewegungsform, die zu Ihnen passt. Fragen Sie aber bitte vorher Ihren Arzt, welche Bewegungsarten Sie machen dürfen.

 

Bewegung, Schmerzen

2. Lassen Sie sich inspirieren

Neben körperlicher Fitness kann Ihnen auch geistige Fitness im Umgang mit chronischen Schmerzen helfen. Das pralle Leben kann dem Gehirn vielfältigen Input liefern. Ändern Sie Ihre Routinen oder erlernen Sie eine Sprache, spielen Sie ein Instrument oder lesen Sie unterhaltsame Geschichten. Lassen Sie sich von Neuem inspirieren und lenken sich so von den Schmerzen ab.

3. Investieren Sie in Beziehungen

Kapseln Sie sich nicht ab. Der Kontakt zu anderen Menschen ist mindestens ebenso wichtig wie gesunde Ernährung und körperliche Aktivität. Einsamkeit tut nicht nur seelisch weh, sondern schadet auch der Gesundheit. Halten Sie Kontakt zu Familienangehörigen, Freunden und Bekannten. Verabreden Sie sich zum Spazieren gehen oder zum Kaffeetrinken. Oder treffen Sie Gleichgesinnte in einer Selbsthilfegruppe. Hier finden Sie nicht nur Hilfe für Ihre Situation, sondern einen Weg raus aus der Isolation.

4. Gehen Sie in die Natur

Allein wenige Minuten in der Natur reichen aus, damit das Herz messbar langsamer schlägt, der Blutdruck fällt und die Muskeln sich entspannen. Vor allem ein Spaziergang durch den Wald (nach Rücksprache mit ihrem Arzt) lässt durchatmen und ist wie Balsam für die Seele. Sich in der Natur zu bewegen, hebt nicht nur das Selbstwertgefühl und die Stimmung, sondern baut Stress ab und wirkt sich positiv auf die Wahrnehmung des Schmerzes aus.

Schmerzen, Aktivität, Spaß haben

5. Tun Sie, was Ihnen Spaß macht

Wenn Sie merken, dass eine bestimmte Aktivität Ihnen Spaß macht und guttut, geben Sie ihr mehr Raum in Ihrem Leben. Probieren Sie neue Dinge aus, oder tun einfach das, was Ihnen schon immer Spaß gemacht hat: gute Musik hören, malen, verreisen oder gehen Sie mal wieder angeln. All das kann Ihnen helfen, den Schmerz besser in den Griff zu bekommen.

6. Finden Sie Ihre Balance

Eine gesunde Balance zwischen Arbeit, Aktivität, Hobbys, Familienleben, Entspannung und Ruhe ist wichtig. Wenn Sie zu stark belastet oder gelangweilt sind, kann der Schmerz die Oberhand gewinnen. Hören Sie auf Ihren Körper! Fordern Sie den Körper, ohne ihn gleichzeitig zu überfordern!

7. Führen Sie ein Glückstagebuch

Schreiben Sie sich jeden Abend drei Dinge auf, die Sie an diesem Tag glücklich gemacht haben. Dinge, die gut liefen, die Sie genossen haben oder für die Sie dankbar sind. Notieren Sie auch, was Sie zu diesen Glücksmomenten beigetragen haben. Das lenkt Ihren Blick nicht nur auf die positiven Dinge des Lebens, sondern verschafft Ihnen gleichzeitig auch mehr Wohlbefinden.

8. Suchen und akzeptieren Sie Unterstützung

Nehmen Sie Hilfe an! Chronische Schmerzen können sehr belastend sein. Das müssen Sie nicht alleine schultern. Freunde und Angehörige ermutigen und unterstützen Sie, Ihre Ziele zu verfolgen. Sie stehen Ihnen bei, wenn es Ihnen einmal schlechter geht.

9. Beobachten und belohnen Sie sich

Halten Sie fest, was Ihre Schmerzen lindert und überprüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob Sie Ihren Zielen näherkommen. Jedes Mal, wenn Sie Ihren Zielen einen Schritt nähergekommen sind oder erfolgreich eine bestimmte Strategie angewendet haben, sollten Sie sich eine kleine Belohnung gönnen. Dies verstärkt Ihre positive Entwicklung.

10. Wappnen Sie sich für Rückschläge

Rückschläge können immer wieder auftreten. Überlegen Sie darum in guten Tagen, wie Sie reagieren könnten, wenn es Ihnen einmal nicht so gut geht. Seien Sie geduldig und lassen sich nicht entmutigen. Verstehen Sie den Rückschlag eher als Chance zu fragen, woran es gelegen hat. Dann kann man sich beim nächsten Mal besser wappnen oder rechtzeitig Hilfe suchen.