Schilddrüse in Takt

Schilddrüse

Ein kleines Organ, und doch so lebenswichtig: Die Schilddrüse spielt im Stoffwechsel des menschlichen Körpers eine entscheidende Rolle. Sie produziert zahlreiche Hormone, die viele Funktionen im Körper beeinflussen. Dabei gibt die Hormondrüse oft den Ton an. Aber sie ist auch anfällig. Gerät sie aus dem Gleichgewicht – ob Unterfunktion oder Überfunktion – ist sie in der Regel medikamentös gut behandelbar.

Was macht eigentlich die Schilddrüse?

Sie produziert Hormone, die in vielen Stoffwechselvorgängen des Körpers eine wichtige Rolle spielen. Daher nimmt sie im Körper eine herausragende Rolle ein.

Schilddrüsenerkrankungen

Die am weitesten verbreiteten und daher auch bekanntesten Schilddrüsenerkrankungen sind die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Gut eingestellt sind Schilddrüsenerkrankungen gut behandelbar.

In Deutschland hat jeder Dritte eine Schilddrüsenveränderung

Die Schilddrüse arbeitet zu wenig oder zu viel? Oder sie ist womöglich chronisch entzündet?

Eine Schilddrüsenerkrankung kann sehr unterschiedliche und unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Gewichtzunahme hervorrufen. Nur wenn der Patient seinen Arzt darauf hinweist, dass er entsprechende Auffälligkeiten oder Veränderungen an sich feststellt, kann der Arzt die richtigen Untersuchungen einleiten. Wichtig ist es herauszufinden, warum die Hormondrüse die Kontrolle über den Körper verloren hat.

Gerät die ausgewogene Produktion der Schilddrüsenhormone aus dem Gleichgewicht, so dass eine Über- oder Unterfunktion entsteht, kann es zur Kropfbildung oder zur Entzündung des Schilddrüsengewebes kommen.

Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele, bei einer Unterfunktion zu wenig Schilddrüsenhormone. Das kann vielfältige Beschwerden auslösen.

Schilddrüsenerkrankungen kommen relativ häufig vor. Dabei überwiegen die durch Jodmangel hervorgerufenen Krankheiten wie die Struma oder auch Kropf genannt. Sie ist oft ungefährlich. Eine Behandlung ist nicht immer notwendig.

Eine weitere häufig auftretende Erkrankung ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Bei dieser chronischen Schilddrüsenentzündung kann es zunächst zur Schilddrüsenüberfunktion kommen, mittelfristig verursacht sie jedoch eine Schilddrüsenunterfunktion.

Nur in sehr seltenen Fällen sind Entartungen der Schilddrüse bösartig. Laut Daten des Robert Koch Institutes wurden 2014 bei ca. 6000 Menschen in Deutschland Schilddrüsentumore neu festgestellt.1

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann man mit Schilddrüsenhormon-Tabletten behandeln, die die fehlenden körpereigenen Hormone ersetzen. Das Hormon ist Levothyroxin (kurz L-Thyroxin). Eine regelmäßige dauerhafte Hormoneinnahme ist dabei von großer Bedeutung. Es dauert meist einige Wochen oder Monate, bis die individuell passende Levothyroxin-Dosis gefunden ist.

 

Jod ist lebenswichtig

Zur Produktion der Hormone benötigt die Schilddrüse Jod. Da der menschliche Körper kein eigenes Jod herstellen kann, muss man es in ausreichender Menge über die Nahrung zu sich nehmen.

1Robert-Koch-Institut (Hrsg.). Krebs in Deutschland 2013/2014, Berlin 2017, S.112. krebs_in_deutschland_2017.pdf, zuletzt aufgerufen 11/2018.