Was ist Morbus Crohn?

Das Immunsystem ist unser körpereigenes Abwehrsystem. Es schützt den Körper vor Fremdkörpern, wie z.B. Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten, die Krankheiten verursachen können. Die Immunabwehr erfolgt normalerweise nach einem bestimmten Ablauf (Immunantwort oder -reaktion). Bei Morbus Crohn-Patienten ist dieser Abwehrmechanismus gestört. Das nun zu aktive Immunsystem greift den Darm an und es kommt zu den typischen Morbus Crohn-Beschwerden.

Morbus Crohn, auch Crohn-Krankheit genannt, ist eine Autoimmunerkrankung des Verdauungstraktes. Sie gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED, und kann in jedem Alter auftreten. Krankheitsstillstand wird als Remission bezeichnet. Ein erneutes Aufflackern heißt Schub.

Zentrale Symptome von Morbus Crohn sind:

  • Entzündungen im Dickdarm, die den gesamten Verdauungstrakt betreffen können, aber vorrangig im unteren Teil des Dünndarms und/oder im oberen Abschnitt des Dickdarms auftreten
  • Mögliche Funktionsstörung des Darms: chronische, zum Teil blutige, wässrige Stuhlgänge

Mögliche Folgen von Morbus Crohn sind:

  • Schmerzen und Krämpfe im Bauch oder Unterleib
  • Durchfälle
  • Müdigkeit und Fatigue (chronische Müdigkeit)
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Fieber
Darstellung verschiedener Faktoren, die bei der Entstehung von Morbus Crohn eine Rolle spielen

Bisher ist unklar, wie Morbus Crohn entsteht. Allerdings scheinen verschiedene Faktoren eine Rolle bei der Entstehung zu spielen.

Darstellung der verschiedenen Darmabschnitt, die bei Morbus Crohn betroffen sein können

Bei Morbus Crohn können Geschwüre und Entzündungen im gesamten Verdauungstrakt entstehen.

Diese können an verschiedenen Stellen auftreten:

  1. Ileum, unterer Teil des Dünndarms
  2. Rektum, der letzte Abschnitt des End- bzw. Dickdarms
  3. Kolon, der obere Abschnitt des Dickdarms

Wie äußert sich Morbus Crohn?

Durch die Behandlung des Morbus Crohn können sich auch Ihre Beschwerden außerhalb des Verdauungstraktes verringern.

Morbus Crohn äußert sich bei jedem Betroffenen anders. Die Art der Beschwerden hängt oftmals davon ab, an welcher Stelle im Verdauungstrakt die Erkrankung ausbricht. Auch die Schwere der Beschwerden (z.B. die Häufigkeit der Toilettengänge) kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Symptome können bei Morbus Crohn im Laufe des Lebens immer wieder auftreten, aber auch wieder verschwinden. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten können Ihnen dabei helfen, Ihre Beschwerden zu lindern.

Was sind extraintestinale Manifestationen (EIM)?

Morbus Crohn kann auch zu verschiedenen Beschwerden außerhalb Ihres Verdauungstrakts führen. Solche Beschwerden nennt man extraintestinale Manifestationen (EIM). Dazu können u.a. gehören:

  • Arthritis: Entzündete, geschwollene und schmerzende Gelenke
  • Probleme der Haut: Blasen, Rötungen oder andere Hautschwellungen
  • Entzündungen der Augen
  • Entzündungen der Leber und Galle, die die Leber-und Gallenfunktion, beeinflussen können

Was sollte ich noch wissen?

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt auch das Thema Darmkrebsvorsorge, da das Risiko für Darmkrebs bei Crohn-Patienten erhöht sein kann. Regelmäßige Kontrollen des Darms(Darmspiegelung) tragen dazu bei, das Risiko im Blick zu halten.